„But then she knows how much it costs“ (Teil 21)

Meine letzte Griechischstunde.

Ich hatte überlegt, Efigenia ein Geschenk zu machen. Drei Wochen Geduld verdienen eine Anerkennung. Also dachte ich: ein Gutschein von dem kleinen Buchladen in Korfu-Stadt – das passt zu ihr.

Also hin.

Die Verkäuferin schaut mich an. Ich frage nach einem Gutschein. Sie schüttelt den Kopf.

„No, sorry.“

Ich frage nochmal, etwas langsamer, etwas deutlicher.

„No, sorry.“

Noch einmal, mit Händen und Füßen.

„No, sorry.“

Ob sie mich nicht verstehen konnte, nicht verstehen wollte oder es tatsächlich keine Gutscheine gibt – ich werde es nie herausfinden. Dann halt nicht, denke ich, und gehe.

In der letzten Stunde trage ich stolz meine Kofferliste vor. Drei Leinenhosen, fünf T-Shirts, sieben Paar Socken, einen Schal, zu viele Bücher.

„Very good,“ sagt Efigenia.

Wir spielen dann einen Dialog durch – ich soll so tun als würde ich mir ein Kleid kaufen wollen.

„Θέλω να δω αυτό το φόρεμα,“ sagt Efigenia und zeigt auf ein imaginäres Kleid. I would like to see this dress.

„Ποιο μέγεθος;“ antworte ich tapfer. What size?

„Medium, παρακαλώ.“ Medium, please.

„Να το δοκιμάσετε;“ Would you like to try it on?

„Ναι, ευχαριστώ.“ Yes, thank you.

Efigenia nickt zufrieden. Ich bin kurz ein bisschen stolz auf mich.

Und dann fragt sie: „Είναι για δώρο;“ Is it a gift?

„Ναι,“ sage ich.

Sie tut so als würde sie mir etwas überreichen. „Να και μια δωροκάρτα.“ Here is a gift card.

Ich schaue sie fragend an.

„A gift card,“ erklärt sie, „so the person who receives the dress can exchange it if she doesn’t like it.“

Ich schmunzle. Und erkläre ihr dann, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt. Möchte die beschenkte Person etwas umtauschen, bekommt sie die Rechnung. Damit sie im Laden nachweisen kann was sie zurückgeben möchte.

Efigenia sieht mich an.

Entsetzt.

„But then she knows how much it costs!“

„Yes,“ sage ich und zucke bedauernd mit den Schultern.

Mein Abschiedsgeschenk an meine geduldige Lehrerin war also ein kleiner Kulturschock.

Ich glaube, wir sind quitt.

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