Das Wort stiert zurück (Teil 11)

Im Griechischunterricht mache ich Fortschritte.

Efigenia geht mit mir geduldig einen griechischen Text durch – ein Gespräch zwischen Alexandros und Eleni, die sich eine Pizza bestellen wollen. Ich verstehe fast jedes Wort. Ich kann sogar die fiktive Lieferadresse sagen, die Straßennummer: 22 – ikosi dio. Zahlen kann ich, denke ich, und bin kurz ein bisschen stolz auf mich.

„Very good,“ sagt Efigenia und lächelt.

Ich lächle zurück. Vielleicht ist das mit der Schraube ja doch nicht so langsam, denke ich. Vielleicht bin ich ein natürliches Talent. Vielleicht—

Efigenia schreibt ein neues Wort auf das Blatt vor mir.

χρησιμοποιώ

Ich starre es an. Es stiert zurück.

„This means to use,“ erklärt sie. „You pronounce it like this: chri-si-mo-pi-ó.“

Ich versuche es.

Was aus meinem Mund kommt, klingt wie jemand der sich verschluckt hat und gleichzeitig versucht, Hilfe zu rufen.

„Again,“ sagt Efigenia, unerschütterlich.

Und dann kommt die eigentliche Aufgabe: durchdeklinieren. Ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie. Dasselbe Wort, das sich bereits gegen meine Zunge sträubt, in sechs verschiedenen Variationen.

Meine Zunge tut weh. Ich habe das Gefühl, husten und sprechen gleichzeitig zu müssen. Irgendwo zwischen „wir benutzen“ und „ihr benutzt“ verliere ich kurz den Glauben an die griechische Sprache, an mich selbst und an das gesamte Konzept der Verben.

Efigenia nickt aufmunternd.

Ich denke an Ian und seine Schraube.

Sehr. Langsam.

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