Wellen am Strand als Symbol für Trauerwellen und emotionale Schwankungen
· ·

Was hilft bei Trauerwellen? Meine Coping Strategien für schwere Tage

Es gibt diese Tage, die sich von Anfang an anders anfühlen.

Tage wie Muttertag, Weihnachten oder Geburtstage der Verstorbenen.
Aber manchmal auch ganz normale Tage, an denen plötzlich eine Erinnerung hochkommt.

Ein Geruch.
Ein Lied.
Ein Gedanke.

Und auf einmal ist sie da: diese Trauerwelle.

Ich habe lange nicht gewusst, wie ich mit solchen Momenten umgehen soll.

Heute weiß ich:
Ich brauche keine perfekten Strategien.
Aber ich brauche Dinge,
an die ich mich halten kann.

Nicht als Lösung.
Sondern als Unterstützung.

Einen Plan haben – und ihn wieder loslassen dürfe

Was mir an solchen Tagen am meisten hilft:
einen Plan zu haben.

Nicht, weil ich ihn unbedingt durchziehen muss.
Sondern weil er mir Halt gibt.

Einmal habe ich mir für Weihnachten vorgenommen, meine Steuer zu machen.

Einfach, um beschäftigt zu sein. Um nicht in dieses Loch zu fallen.

Am Ende habe ich stattdessen Filme geschaut.

Und das war auch okay.

Der Plan war nicht dafür da, perfekt zu funktionieren.
Sondern dafür, mir eine Richtung zu geben.

Und manchmal besteht diese Richtung einfach darin,
es sich so leicht wie möglich zu machen. So fern das in der Trauer möglich ist.

Ablenkung ist nicht falsch

Ich weiß, dass Ablenkung oft kritisch gesehen wird.

Aber ganz ehrlich: Mir hat sie geholfen.

Laut Musik hören.
Filme schauen.
Serien bingen.
Podcasts hören.

Nicht, um etwas wegzudrücken.
Sondern um zwischendurch Luft zu holen.

Trauer darf Raum haben.
Aber sie muss nicht jeden Moment komplett einnehmen.

Nicht alleine sein – auch wenn man nicht reden will

Was für mich ein großer Unterschied war:

Nicht alles mit mir alleine auszumachen.

Das heißt nicht, dass ich immer über meine Trauer sprechen wollte.

Oft ging es einfach nur darum, nicht allein zu sein.

Zu sagen:
„Hey, heute ist ein schwieriger Tag für mich.
Hast du Lust zu telefonieren oder etwas zu unternehmen?“

Ohne Druck.
Ohne große Gespräche.

Einfach jemand, der da ist.

Rausgehen – auch wenn es Überwindung kostet

Manchmal hilft es, den Ort zu wechseln.

Ins Kino gehen.
In ein Museum.
Einfach irgendwo sein, wo das Leben weiterläuft.

Nicht, um sich abzulenken im klassischen Sinn, sondern um sich selbst daran zu erinnern,
dass es noch mehr gibt als diesen einen Moment.

Weinen – am eigenen sicheren Ort

Und dann gibt es die Momente, in denen nichts hilft.

In denen die Welle einfach kommt.

Früher habe ich versucht, das zu vermeiden.

Heute lasse ich es eher zu.
Zu Hause.
An einem Ort, der sich sicher anfühlt.

Ohne es zu bewerten.
Ohne es schnell wegmachen zu wollen.

Manchmal ist genau das das Einzige, was gerade dran ist.

Vielleicht geht es gar nicht darum, es richtig zu machen

Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Umgang mit Trauer gibt.

Was mir hilft, kann sich morgen schon wieder anders anfühlen.

Aber zu wissen, dass ich Optionen habe, macht einen Unterschied.

Gerade an den Tagen, die schwerer sind als andere.

Zum Schluss

Wenn du solche Tage kennst:

Vielleicht hilft es nicht, die perfekte Strategie zu finden.

Sondern ein paar Dinge zu haben, auf die du zurückgreifen kannst.

Und dir gleichzeitig zu erlauben, alles wieder anders zu machen.

So, wie es sich für dich gerade richtig anfühlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert