Das Trauer ABC – Buchstabe N

Ich liebe es, draußen zu sein. Ob auf dem Balkon, in einer Wiese, auf dem Rad oder zu Fuß – Hauptsache, ich bin von viel Grün umgeben. Jedes Frühjahr staune ich über die verschiedenen Grüntöne, die die Natur hervorbringt: Smaragdgrün, Olivgrün, Tannengrün, Lindgrün, Moosgrün und Maigrün. Es ist kaum zu glauben, dass ich vor ein paar Wochen noch meinen Daunenmantel zum Spazierengehen getragen habe. Jetzt reicht eine dünne Softshell-Jacke, und bald nur noch ein T-Shirt.

Die Natur zeigt mir, dass alles Zeit braucht. Wie lange? Das weiß nur die Natur selbst. Manche Prozesse lassen sich nicht beschleunigen, auch nicht die Trauer.

Wenn ich in der Natur bin, fühle ich mich akzeptiert, wie ich bin. Die Wärme der Sonnenstrahlen ist wie eine sanfte Umarmung. Das Zwitschern der Vögel gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Die Bäume bilden ein Dach über meinem Kopf und lassen mich zu Hause fühlen. Der Wind zupft an mir – mal sanft, mal fordernd – und zeigt mir, dass auch das Unsichtbare präsent sein darf. Die Sterne erinnern mich daran, dass ich Teil von etwas Größerem bin, das ich nicht vollständig verstehen kann.

Ein Spaziergang beruhigt mein Nervensystem. Meine Gedanken kommen zur Ruhe, und mit jedem Schritt lasse ich etwas los, das in meinem Kopf für Unruhe sorgt. Mein Atem bringt mich zurück ins Jetzt, in den Moment. Es klappt nicht jeden Tag, aber oft.

Wenn ich nicht draußen bin, werde ich unruhig. Ich kann nicht richtig einschlafen und schon gar nicht durchschlafen. Deshalb entschuldigt bitte, aber ich muss jetzt los. Ich muss raus in die Natur, Grüntöne zählen und zur Ruhe kommen.

➡️ Was bedeutet die Natur für euch? Habt ihr auch Lieblingsplätze oder bestimmte Aktivitäten, die euch besonders gut tun?

Danke fürs Lesen, deine Irene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert