<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Leben mit Trauer-Archiv - Irene Kasapis</title>
	<atom:link href="https://irenekasapis.de/tag/leben-mit-trauer/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://irenekasapis.de/tag/leben-mit-trauer/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 Oct 2025 11:01:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://irenekasapis.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-kasapis-website-icon-32x32.png</url>
	<title>Leben mit Trauer-Archiv - Irene Kasapis</title>
	<link>https://irenekasapis.de/tag/leben-mit-trauer/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Perlen vor die Trauer – wie mich ein Armband-Workshop weichgekocht hat</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/04/13/perlen-vor-die-trauer-wie-mich-ein-armband-workshop-weichgekocht-hat/</link>
					<comments>https://irenekasapis.de/2025/04/13/perlen-vor-die-trauer-wie-mich-ein-armband-workshop-weichgekocht-hat/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 10:55:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[liebezumschreiben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://irenekasapis.de/?p=1987</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich hätte es selbst nicht gedacht – aber da saß ich also: In einem Trauer-Workshop. Und wir bastelten Perlenarmbänder. Für gewöhnlich mache ich meine Trauer lieber mit mir selbst aus. Oder mit einem Stift. Oder mit Tee auf der Couch. Aber diesmal war es anders. Ich hatte mich kurz vor der Beerdigung meines Vaters in...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/04/13/perlen-vor-die-trauer-wie-mich-ein-armband-workshop-weichgekocht-hat/">Perlen vor die Trauer – wie mich ein Armband-Workshop weichgekocht hat</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich hätte es selbst nicht gedacht – aber da saß ich also: In einem Trauer-Workshop. Und wir bastelten Perlenarmbänder.</p>



<p>Für gewöhnlich mache ich meine Trauer lieber mit mir selbst aus. Oder mit einem Stift. Oder mit Tee auf der Couch. Aber diesmal war es anders. Ich hatte mich kurz vor der Beerdigung meines Vaters in diesen Workshop eingebucht – vielleicht aus einer leisen Ahnung heraus, dass ich einen Raum brauche, in dem ich&nbsp;<em>nicht</em>&nbsp;funktioniere, sondern einfach nur&nbsp;<em>bin</em>.</p>



<p>Der Workshop fand in einem wunderschönen alten Haus mitten in München statt – dem Ruffinihaus, ein Ort voller Geschichte und Kreativität. Uli von&nbsp;@<em>livelifeloss</em>&nbsp;hatte ihr Büro für uns in eine kleine Werkstatt verwandelt. Es war still, schwer – aber nicht bedrückend. Eher voller Geschichten, die in der Luft schwebten, bereit, erzählt zu werden.</p>



<p>Ich nahm mir eine Walnuss. Weil mein Vater, ganz ehrlich, eine harte Nuss war. Unsere Beziehung reichte von kalt bis lauwarm, nie wirklich herzlich, oft kompliziert. Ich hielt die Nuss während der Vorstellungsrunde fest umklammert, obwohl ich sie eigentlich zu den anderen symbolischen Gegenständen legen sollte. Ich ließ sie erst am Ende los – ein kleines Sinnbild für meinen Trauerprozess.</p>



<p>Eine Woche zuvor hatte meine Therapeutin mich gefragt, ob ich mich schon angefangen hätte, von meinem Vater zu verabschieden. Ich verneinte – aber nicht, weil ich nicht wollte. Ich wusste einfach nicht wie.</p>



<p>Sie schlug vor, ich könne ein Ritual machen. Eine Kerze, ein Foto, ein Brief. Natürlich entschied ich mich fürs Schreiben. Und da begann es.<br>In meinen Briefen an ihn entstand langsam ein innerer Ort – eine graue Mondlandschaft, voller Krater, kalt und leer. Und doch… war da plötzlich etwas: Die Ahnung, dass dort all die Jahre Platz für Liebe gewesen wäre.</p>



<p>Ich schrieb weiter. Jeden Abend. Und dann, irgendwann, kam dieser eine Satz über meine Lippen:&nbsp;<em>&#8222;Ich hab dich lieb.&#8220;</em>&nbsp;Ich erschrak. Stand auf. Sagte laut:&nbsp;<em>&#8222;Wir sagen das nicht.&#8220;</em>&nbsp;Und weinte.</p>



<p>Aber etwas war passiert. Ein Riss in meiner eigenen harten Schale.<br>Jetzt, einige Zeit später, höre ich manchmal seine Stimme in meinem Kopf. Spüre seine Energie. Und auf meiner inneren Mondlandschaft sprießt vorsichtig erstes Gras.</p>



<p>Es gibt nach wie vor Tage, an denen ich ihn innerlich verfluche. Er war kein guter Vater, dafür ein verdammt guter Geschäftsmann. Aber ich merke: In der Trauer entsteht Platz für beides. Für die Wut. Für die Liebe. Und für all die ganz feinen Zwischentöne an Gefühlen.</p>



<p>Und manchmal reicht schon eine Walnuss, um damit anzufangen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/04/13/perlen-vor-die-trauer-wie-mich-ein-armband-workshop-weichgekocht-hat/">Perlen vor die Trauer – wie mich ein Armband-Workshop weichgekocht hat</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://irenekasapis.de/2025/04/13/perlen-vor-die-trauer-wie-mich-ein-armband-workshop-weichgekocht-hat/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Leben hat eine Panikattacke</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2024/04/24/mein-leben-hat-eine-panikattacke/</link>
					<comments>https://irenekasapis.de/2024/04/24/mein-leben-hat-eine-panikattacke/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 12:54:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://irenekasapis.de/?p=1654</guid>

					<description><![CDATA[<p>“Also? Was habt ihr zwei da gerade gemacht?” Endlich bricht jemand das Schweigen! Diese geladenen Stille zwischen meinem Leben und meiner Trauer ist ja kaum auszuhalten. Ich greife auf ein, wie ich hoffe, unverfängliches Gesprächsthema zurück.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/04/24/mein-leben-hat-eine-panikattacke/">Mein Leben hat eine Panikattacke</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>“Also? Was habt ihr zwei da gerade gemacht?” Endlich bricht jemand das Schweigen! Diese geladenen Stille zwischen meinem Leben und meiner Trauer ist ja kaum auszuhalten. Ich greife auf ein, wie ich hoffe, unverfängliches Gesprächsthema zurück.<br><br> “Wir haben…” Mein Leben und ich fangen gleichzeitig an zu sprechen. Wir halten schmunzelnd inne. <br>“Sag du.” Mein Leben deutet auf mich. <br>“Wir haben mir einen Job gesucht!” Erkläre ich stolz. <br><br>“Einen Job?” Meine Trauer prustet ihren Tee über meinen Teppich. Eigentlich lag da mal ein Designer-Teppich. Ich musste ihn aber nach einer Zeitreise mit meiner Trauer entsorgen. Wenn ich mich richtig erinnere, war ein Feuer ausgebrochen.<br><br>Langsam stehe ich auf, hole ein Geschirrtuch aus der Küche und werfe es meiner Trauer auf den Schoß. Dass meine Trauer Chaos verbreitet, weiß ich schon. Ich habe irgendwann einfach aufgehört mich darüber aufzuregen.-<br><br>Leise höre ich mein Leben flüstern: “Was für eine Sauerei!” Schnell werfe ich ihr einen Blick zu, der besagen soll, dass sie meine Trauer nicht für ihr Chaos verurteilen soll. Die Nachricht scheint angekommen zu sein, mein Leben zuckt nur mit den Schultern. Meine Trauer dagegen bekommt von dieser stillen Unterhaltung nichts mit. <br><br>Sie macht gerade ein großes Gewese und putzt sich mit ausladenden Handbewegung. Flüche fallen. <br>“Es tut mir so leid!” Mit ihrem Hinterteil stößt meine Trauer dabei an meine Stehlampe. Zwar kein Designer Stück und doch hängt eine Erinnerung an ihr. Ich schlucke den Kloss hinunter und nehme meiner Trauer das Geschirrtuch ab und drücke sie wieder auf die Couch.<br><br>“Lass gut sein. Ich hatte letztens einen Unfall mit einem in Sojasoße getauchten Sushi Stück. Das passt schon.”<br>“Puh. Okay! Ich weiß doch, wie wichtig dir Ordnung und Sauberkeit ist.” Jetzt prustet mein Leben los: “Ordnung und Sauberkeit? Sprechen wir von der gleichen Irene?”<br><br>Es kann sein, dass ich im Moment eher dazu neige, im Chaos zu leben. Im Innen, wie im Außen. Nachdem meine Trauer mehr Zeit an der Trauer-Uni verbringt, als bei mir, erschien es mir sinnlos auf Ordnung zu bestehen. War ja nur ich, die in meiner Wohnung lebte. Wozu also der Aufwand? Mein Leben allerdings hasste das Chaos. Es hat mich mehrfach ermahnt aufzuräumen. Als das nichts geholfen hat, hat mein Leben mir einen Kalender gemacht und an meinem Kühlschrank gehängt. Jede Stunde des Tages war verplant. Ich ignorierte den Kalender und habe diverse Kunstpostkarten darüber befestigt habe. An den Streit, den mein Leben daraufhin hatten, will ich nun wirklich nicht denken. </p>



<p>“Hey!” fahre ich meinem Leben über den Mund. &#8222;Ich versuche mich an der Ordnung &#8211; okay?” Ich weiß nicht warum, aber egal was mein Leben sagt oder tut, es bringt mich auf die Palme.&nbsp;</p>



<p>“An den falschen Stellen!” faucht mein Leben zurück.&nbsp;</p>



<p>“Ich tue mein Bestes &#8211; okay?” fauche ich zurück.&nbsp;</p>



<p>Meine Trauer beobachtet uns und stellt dann mit Schwung ihre Teetasse auf den Seitentisch neben meiner Couch: “Jetzt macht mal halblang.”<br><br>“Wir waren eigentlich bei dem Job Thema stehen geblieben. Irene?” Auffordernd nickt mir meine Trauer zu. “Ja, also, ich…” stammle ich. “Ich möchte wieder arbeiten gehen.” Ich weiß nicht warum, aber es hört sich so an, als würde ich meine Trauer um Erlaubnis bitten. <br><br>“Das hört sich doch nach einem Plan an.” Zufrieden nickt meine Trauer.<br>“Aber warum hast du denn dann deinen Tee auf meinen Teppich verteilt? Ich dachte du wärst dagegen?” frage ich.<br><br>“Nein. Ich bin nicht dagegen.” Meine Trauer betrachtet interessiert ein Bild an meiner Wand. Seltsam. Normalerweise sieht meine Trauer mich immer an, wenn sie mir spricht. Ihre Augen fühlen sich manchmal so an, als würden sie mir in die Seele blicken. <br><br>“Ich habe nur Angst, dass du mich vergisst.&#8220; flüstert meine Trauer leise.<br><br>“Ach Trauer!” Spontan rücke ich neben sie auf die Couch und lege den Arm um sie. “Ich brauche dich doch! Deshalb habe ich dich doch gebeten zurück zukommen. Erinnerst du dich nicht an unser Telefonat?”<br>“Vage. Der Übergang von meiner unsichtbaren Welt in deine Sichtbare scheint noch nicht so ganz reibungslos zu funktionieren. Ich schreib das mal schnell auf.” Meine Trauer zückt ihr heißgeliebtes IPhone und beginnt etwas einzugeben. Ihren Professor Modus finde ich persönlich eher nervig, aber wenn es sie glücklich macht, warum nicht?<br><br>“Wovon redet ihr denn da?” Neugierig lehnt sich mein Leben vor und sieht uns auffordern an. “Naja…” beginne ich “es ist so, meine Trauer ist nur für mich sichtbar. Hier, in meiner Wohnung. Es geht aber auch ein Hotelzimmer. Meine Trauer hat mich extra im Friedhof eingesperrt, um mir das zu beweisen. Ist ne andere Geschichte.” Ich winke ab. Ich habe keine Lust, diese story wieder zu erzählen. <br><br>“Friedhof?” Mein Leben spricht das Wort so langsam aus, als würde sie es zum ersten Mal hören. Es zieht die Augenbrauen hoch. “Was ist das?” Meine Trauer und ich sehen erst uns an, dann mein Leben. “Du weißt nicht, was ein Friedhof ist?” frage ich. Es schüttelt den Kopf und hebt entschuldigend die Hände: “Nein, tut mir leid.”<br><br>“Soll ich oder willst du ?” frage ich meine Trauer. “Mach du. Ich bin zu müde.” Ausgiebig gähnt meine Trauer und reckt sich dabei. “Ein Friedhof ist ein Ort, wo die Toten begraben sind.” “Die Toten?” wieder dehnt sie die Wörter, so als würde sie sie zum ersten Mal hören. Kennt mein Leben das Konzept des Todes nicht? <br><br>“Äh ja. Wenn Menschen sterben, dann sind sie tot. Von uns gegangen, über den Regenbogen, auf der anderen Seite. Such dir was aus.” “Aber…” Ich kann förmlich sehen, wie im Kopf meines Lebens die Räder rattern. “Heißt das du auch stirbst?” Ich schlucke schwer. Mit meiner eigenen Sterblichkeit von meinem Leben konfrontiert zu werden war jetzt nicht die Richtung, die ich dachte, dass sich ein Gespräch über meine Job-Suche entwickelt. Ob das an meiner Trauer liegt? <br><br>Ich räuspern mich und versuche das, was meine Trauer immer mit mir gemacht hat, wenn ich mich weigerte, etwas zu verstehen. Ich übe mich in Mitgefühl und Geduld mit meinem Leben. “Ja, auch ich werde sterben.” “Wann?” schießt es aus meinem Leben und es wird ganz bleich im Gesicht. Die Atmung meines Lebens wird schneller. “Äh. Das weiß ich nicht.” Mein Leben beginnt jetzt zu hyperventilieren, der Brustkorb hebt und senkt sich hektisch. “Wie kannst du da so ruhig hier sitzen?” frägt es mich. Mein Leben steht auf und fängt an zu zittern. “Wir…” Mein Leben versucht Luft zu bekommen: “haben… doch&#8230; noch&#8230; so viel VOR.&#8220;  </p>



<p>Ich glaube, mein Leben hat gerade eine Panikattacke. Ich kenne diesen Gesichtsausdruck und ich weiß genau, wie es sich anfühlt keine Luft mehr zu bekommen. Kein Wunder, der Gedanke nicht zu wissen, wann ich sterbe, treibt mich auch manchmal in den Wahnsinn. Ich war auch schon kurz davor, dieser Ungewissheit ein Ende zu setzen mit einer Lesung in einer Palmblatt-Bibliothek auf Bali. Ich habe mich dann aber doch dagegen entschieden. Ich empfand das damals als self-fulfilling prophecy. So nach dem Motto, wenn ich weiß, wann ich sterbe, muss ich ja gar nicht mehr leben, sondern kann nur auf den Tod warten. Hätte ich damals gewusst, dass mein Leben bei mir einzieht, hätte ich mich vielleicht dafür entschieden. Aber auch nur um meinen Leben aus der Panickattacke heraus zu helfen. Was ich ja nicht vorher sehen konnte. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ich greife mir an den Kopf. <br><br>Meine Trauer blick von ihrem Handy hoch; sieht mich, wie immer, in die Vergangenheit abdriften, mein Leben hyperventilieren und springt auf. “Mensch Irene. Du kannst doch dein Leben nicht so hängen lassen!” Meine Trauer sprintet in meine Küche. Diverse Schubladen werden auf- und zugezogen. Irgendetwas fällt auf den Boden. Ich höre ein triumphierendes “HA”. <br><br>“Hier!” Meine Trauer hält meinem Leben eine braune Papiertüte vom Bio-Markt meines Vertrauens hin. Verwirrt stoppt mein Leben die Kreise, in denen es gelaufen ist und sieht meine Trauer mit großen Augen an. “Du sollst rein atmen. So.” Meine Trauer atmet tief durch die Nase ein, hält eine Millisekunde inne und atmet dann lange wieder aus. Hey! Das ist eine Atemtechnik, die mir meine Therapeutin beigebracht hat. Sie ist eine große Verfechterin des JETZT. Woher weiß, dass jetzt meine Trauer wieder? </p>



<p>Hektisch atmet mein Leben jetzt in die Tüte. Wie ein Blasebalg bläht sich diese auf und zieht sich wieder zusammen. Plötzlich hört mein Leben auf, reißt sich die Tüte vom Gesicht und zupft sich einen Kassenzettel vom Mund. “Jetzt wäre ich beinahe draufgegangen!” ruft es und beginnt wieder in die Papiertüte zu atmen. Ach herrje, denke ich, mein Leben ist dramatisch veranlagt. Das kann ja heiter werden. Schon interessant, dass es in den wenigen Wochen, die es nun bei mir wohnt, diese Seite vor mir verbogen hat.</p>



<p>Ich finde ich muss jetzt auch mal wieder was sagen: &#8222;Leben? Du hast eine P a n i k a t t a c k e.” erkläre ich langsam. Mir hat es immer geholfen, ein Wort für diesen Zustand zu haben. “Atme einfach weiter. Okay? Atmen wird dir helfen, aus der Panik zu kommen. Vertraue mir. Ich war da schon. Das geht vorbei.” Ich atme meinem Leben vor: tief ein und aus. Mein Leben nickt mir zu. <br><br>Langsam setzen sich meine Trauer und ich uns auf den Boden vor mein Leben. &#8222;Was können wir noch tun?&#8220; frage ich meine Trauer. &#8222;Da sein, Irene. Das weißt du doch.&#8220; Mein Leben bekommt wieder ein bisschen Farbe im Gesicht. Ihre Schritte verlangsamen sich. Als es an dem letzten Rest der Papierfahne mit dem Wort &#8222;Partner&#8220; vorbeiläuft, beginnt dieses heftig an zu flattern. Ich spüre, wie eine Erinnerung in mir hochkommt. Ich schließe die Augen. <br><br>Neben mir höre ich noch meine Trauer leise ein Lied summen, was meine Mutter sehr geliebt hat. “Que sera, sera. Whatever will be, will be. The future is not ours to see.” “Que sera, sera.” summe ich den letzten Teil in Gedanken mit. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/04/24/mein-leben-hat-eine-panikattacke/">Mein Leben hat eine Panikattacke</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://irenekasapis.de/2024/04/24/mein-leben-hat-eine-panikattacke/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Leben und meine Trauer stehen sich skeptisch gegenüber</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2024/04/07/mein-leben-und-meine-trauer-stehen-sich-skeptisch-gegenueber/</link>
					<comments>https://irenekasapis.de/2024/04/07/mein-leben-und-meine-trauer-stehen-sich-skeptisch-gegenueber/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 12:39:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://irenekasapis.de/?p=1642</guid>

					<description><![CDATA[<p>“Was macht ihr da?” Meine Trauer materialisiert sich neben mir. Ich sitze auf meiner Couch und scrolle auf meinem Laptop durch unendlich viele Jobanzeigen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/04/07/mein-leben-und-meine-trauer-stehen-sich-skeptisch-gegenueber/">Mein Leben und meine Trauer stehen sich skeptisch gegenüber</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>“Was macht ihr da?” Meine Trauer materialisiert sich neben mir. Ich sitze auf meiner Couch und scrolle auf meinem Laptop durch unendlich viele Jobanzeigen.<br><br>Nach der Zeitreise zurück zu dem Tag der Weißen Tür haben mein Leben und ich, naja, wie soll ich das sagen? So vor uns hin gelebt &#8211; eben. Jeder hat sein Ding gemacht und in unserer kleinen Wohngemeinschaft ist ein bisschen Alltag eingetreten.<br><br>Ich hatte zwar meine Trauer gebeten zurückzukommen, dass sie jetzt wieder so plötzlich neben mir sitzt erschreckt mich dann doch. Immer diese Überraschungen &#8211; ich hasse das. Ich erschrecke mich so sehr, dass ich fast meinen Tee über meinen Laptop schütte. Mein Leben greift in letzter Sekunde ein und reißt mir die Teetasse aus der Hand. Ein paar Tropfen landen am Bildschirm und der Rest landet auf meiner Couch. Lässig wischt mein Leben die Flecken mit dem Ärmel ihres Hoodies weg.<br><br>“Trauer!” Ich springe auf und drücke meine Trauer fest an mich. In dem Moment, als ich ihren warmen-holzigen Geruch einsauge, spüre ich, dass alles gut wird. Was auch immer “gut” bedeutet.<br>“Nicht so fest!” Meine Trauer tut nur so, als wäre ihr meine Umarmung unangenehm. Ich weiß, dass sie sich freut, dass ich sie überhaupt so fest umarme. In der Vergangenheit wollte ich sie nicht mal mit der Kneifzange anfassen.<br><br>“DANKE, dass du gekommen bist!” Ich halte meine Trauer an den Schultern und blicke ihr forschend ins Gesicht. Ihre Wangen sind eingefallen, ihre Gesichtsfarbe ist gräulich und um ihre Augen hat noch mehr Fältchen bekommen, so wie ich. Sie strömt Erschöpfung aus. “Ich habe dich vermisst!” Ich drücke sie nochmal fest an mich.<br><br>“Dein Leben kann dich also mal?” flüstert sie mir ins Ohr.<br>“Woher…?”<br>Meine Trauer hält mir das neueste iPhone Modell unter die Nase. Mein Blog Artikel ist offen und meine Trauer hat angefangen ein langes Kommentar unter dem Artikel zu schreiben. “Das kann ich dir ja jetzt selber sagen!” Meine Trauer stopft das Handy in die Hosentasche ihrer Designer Jeans. Ihrer Jogging-Anzug Phase ist offensichtlich vorbei. Im Gegenteil zu mir.<br><br>“HRM!” Mein Leben räuspert sich neben uns.<br>“Oh ja, richtig! Trauer, darf ich vorstellen: mein Leben!”<br>Meine Trauer und mein Leben mustern sich von oben bis unten. Eigentlich hätte ich jetzt erwartet, dass sie sich um den Hals fallen, eine Wiedersehens-Party schmeißen oder sich zumindest die Hand geben.<br>Stattdessen: Schweigen. Starren.<br>Seltsam.<br><br>“Tee?” frage ich. Stille auszuhalten fällt mir schwer. Ich bin irritiert, dass meine Trauer nicht ihren üblichen Wortschwall über mein Leben ergießt. Stattdessen nicken die beiden sich jetzt zu.<br><br>“Trauer.” sagt mein Leben.<br>“Leben.” sagt meine Trauer.<br>Na das kann ja heiter werden.<br>Ich lasse die beiden stehen und gehe in die Küche.<br><br>“So &#8211; einmal Ingwer Tee und Glückstee &#8211; Yogitee, versteht sich.” Vertraulich zwinkere ich meiner Trauer zu. Sie war live dabei, als Nur sie kennt die Geschichte, als ein spiritueller Guru in einer unserer Zeitreisen plötzlich nicht mehr virtuell in meiner alten Wohnung in der Blumenstraße gewohnt hat, sondern real. Nuria, so der Name des weiblichen Gurus, trank nur Yogi Tee. Hatte ich denn mal nicht auf Lager, mußte ich sofort auf die Yogamatte und eine Mediation aus ihrem Persönlichkeits Bootcamp absolvieren. Ich schaudere bei der Erinnerung. Gleichzeitig hat Nuria mir den Zugang zu meinen Gefühlen geöffnet und meine Trauer wurde dadurch zu einer -für mich- reallen Person. Ich stehe diesem Kapitel aus meinem Leben ambivalent gegenüber &#8211; immer noch.<br><br>Mein Leben sitzt meiner Trauer und mir gegenüber auf dem Designer Sessel. Meine sitzt neben mir auf meiner Couch. Wie in alten Zeiten. Wir nehmen alle drei gleichzeitig einen Schluck und: jap. Richtig geraten. Schweigen. Nur meine hell-blaue Coca Cola Uhr tickt leise im Hintergrund. Ich seufze leise.<br>Interessiert betrachtet meine Trauer die langen Papierbahnen, die mein Leben über meinen bodentiefen Fenster montiert hat. <br>JOB?</p>



<p>SCHREIBEN?</p>



<p>WOHNUNG?</p>



<p>MENTALE GESUNDHEIT?An dem Fenster, wo das Papier mit dem Wort “Partner” stand, hängt noch ein abgerissener Fetzten.<br>“Was stand darauf?” mit ihrem Kinn zeigt meine Trauer in Richtung Fenster.<br>“Partner.” antworten mein Leben und ich gleichzeitig. Unsere Tonlagen drücken allerdings völlig verschiedene Gefühle aus.</p>



<p>Mein Leben scheint zu sagen: “Hey! Yeigh! Falling in love is so easy!” Dabei glitzern ihre Augen begeistert.<br>Meine Stimmlage scheint so zu sagen: “Hell No. Lieber bleibe ich alleine, als nochmal ein fool in love zu sein.”</p>



<p>“Hm.” meine Trauer nimmt noch einen Schluck von ihrem Ingwertee. Ich meine, ein Schmunzeln hinter der Teetasse zu erkennen, bin aber nicht sicher. Auch mein Leben nimmt noch einen Schluck. Das Glitzern ist aus seinen Augen verschwunden.<br>Wieder senkt sich Stille über uns. Ich atme tief ein und aus.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/04/07/mein-leben-und-meine-trauer-stehen-sich-skeptisch-gegenueber/">Mein Leben und meine Trauer stehen sich skeptisch gegenüber</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://irenekasapis.de/2024/04/07/mein-leben-und-meine-trauer-stehen-sich-skeptisch-gegenueber/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Leben möchte, dass ich &#8222;loslasse&#8220;</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2024/03/26/mein-leben-moechte-dass-ich-loslasse/</link>
					<comments>https://irenekasapis.de/2024/03/26/mein-leben-moechte-dass-ich-loslasse/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2024 11:09:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://irenekasapis.de/?p=1631</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als ich meine Augen wieder öffne, wirbelt mich mein Leben immer noch herum. Wir sind jetzt wieder in meiner Wohnung in der Tierstraße gelandet. Immer diese nervigen Zeitreisen in meine Vergangenheit. Mir wird da ganz übel davon. Ich hatte schon damals meiner Trauer diese Ausflüge irgendwann verboten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/03/26/mein-leben-moechte-dass-ich-loslasse/">Mein Leben möchte, dass ich &#8222;loslasse&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als ich meine Augen wieder öffne, wirbelt mich mein Leben immer noch herum. Wir sind jetzt wieder in meiner Wohnung in der Tierstraße gelandet. Immer diese nervigen Zeitreisen in meine Vergangenheit. Mir wird da ganz übel davon. Ich hatte schon damals meiner Trauer diese Ausflüge irgendwann verboten.<br><br>Vorsichtig setzt mein Leben mich auf dem Boden ab: “Willkommen zu Hause!” grinst es. Stöhnend halte ich mir den Kopf und plumpse erstmal auf den Boden. Mein Blick fällt auf meinen Designer-Sessel, der immer noch an seinem gewohnten Platz steht: “Wie? Was?&#8220; Vor Freude klatsche ich in die Hände, um sie dann gleich wieder sinken zu lassen. Mir dreht sich noch alles. “Aber…?” Einen zusammenhängenden Satz krieg ich jetzt doch nicht raus. Fragend sehe ich nur mein Leben an. <br><br>“Ach!” Es macht eine wegwerfende Bewegung: &#8222;Das war deine erste Reise mit mir, da will ich mal nicht so sein.” Ich drehe mich um und sehe einen leeren Platz in meinem Wohnzimmer. Mein “Künstlertisch”! Nur noch helle Flecken von seinen Füßen sind auf dem Parkett. Ich finde meine Sprache wieder: “Der hat es wohl nicht geschafft?” Betreten schüttelt mein Leben mit dem Kopf: “Du musst lernen auch mal loszulassen.”<br><br>Ich betrachte die 100 Buntstifte an, die nun kreuz und quer über das Parkett verteilt liegen. “Dieses scheiß Wort! Loslassen! Ich hasse es!” Fluchend krabble ich zu den Buntstiften und begutachte das bunte Schlachtfeld. Eigentlich hat meine Trauer immer für Chaos gesorgt, jetzt auch noch mein Leben? </p>



<p>“Was ist denn am loslassen so schlimm?” Mein Leben kniet sich neben mich. </p>



<p>Traurig um den Tisch, beginne ich die Farben zu sortieren: “Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett.” Flüstere ich dabei leise und schiebe die Buntstifte in kleine Häufchen zusammen.<br><br>“Räusper!” Mein Leben gibt mir einen sanften Stoß in die Rippen. “Krieg ich eine Antwort auf meine Frage?” </p>



<p>“Ich habe nie verstanden, warum weiß keine Farbe ist.” Antworte ich ausweichend. Ich merke, wie mich ein seltsamer Sog packt, die bunten Farben vor meinen Augen verschwimmen und ich sehe nur noch weiß. Eine Erinnerung regt sich in mir. Schnell kneife ich die Augen zusammen und kralle mich an meinem Leben fest. “Es geht schon wieder los!”<br><br>“Was? Was geht los?” Mein Leben nimmt mich schnell in den Arm. Die Wärme und das Herzklopfen meines Lebens beruhigen mich. Das weiß verwandelt sich vor meinem inneren Augen zu einer weißen Tür. Traurig flüstere ich meinem Leben zu: “Ich zeige dir, warum mir das Loslassen so schwer fällt.”<br><br>“Irene. Du kannst nicht…!” Höre ich noch und ziehe mein Leben mit mir. Der Sog in meine Vergangenheit ist stärker als die Realität.<br><br>Mit einem Ruck landen mein Leben und ich hinter drei Menschen: ein kleiner Mensch, ein mittlerer Mensch und ein großer Mensch.<br>“Wo sind wir?” fragt mich mein Leben verwundert. Ich stehe wie festgefroren neben meinem Leben und kann kaum die Augen von dem braunen Linoleumboden heben.<br>“Wir sind am Tag der Weißen Tür gelandet.” flüstere ich und gehe langsam den drei Menschen hinterher.<br><br>Diese sind in großer Eile. Grüne Arztkittel und weiße Schwestern-Trachten, wehen an ihnen vorbei. Doch sie sprinten immer weiter. Das Quietschen ihrer Sneakers auf eben jenem braunen Linoleumboden verursacht mir körperliche Schmerzen. Ich nehme mein Leben an der Hand und ziehe es hinter mir her. Ich bin den Weg durch die Onkologie zu der weißen Tür in meinem Kopf schon so oft gegangen, dass ich es nicht mehr eilig habe. Ich weiß, was auf die drei Menschen hinter der Tür erwartet.<br><br>“Aber? Wie hast du das gemacht?” Mein Leben folgt mir durch das Labyrinth an weißen Gängen. “Ich habe gar nichts gemacht.” Antworte ich genervt. “Ich kann nichts dafür! Das Wort &#8222;loslassen&#8220; triggert* mich. Sobald ich es höre, lande ich immer hier.&#8220; Ich gestikuliere vage durch die Krankenhausflure. Weiß, so viel Weiß um uns herum. Ich schaudere innerlich und fahre dann weiter fort zu erklären: &#8222;Wir sind in meiner Nachhallerinnerung gelandet. In dieser Art von Erinnerung kehrt, wie in einem Horrorfilm, eine Szene von einem traumatischen Geschehen ständig wieder. Du wolltest doch wissen, warum ich so schlecht loslassen kann. Jetzt kann ich es dir zeigen!”<br><br>Langsam ziehe ich mein Leben weiter, vorbei an weißen Türen und durch weiße Gänge. Zum Millionsten Mal steigt mir der unvergleichbare Geruch von Desinfektionsmittel und Angst in die Nase. “Ich glaube, ich muss kotzen.” Abrupt bleibe ich unter einem Holzkreuz stehen. Aus den Augenwinkeln sehe ich, das der kleiner Mensch, der mittlerer Mensch und der großer Mensch ebenfalls vor einer weißen Tür zum stehen kommen. Es ist die 16-jährige Irene mit ihren zwei Brüdern, deren Welt sich mit dem Öffnen der weißen Tür für immer verändern wird. <br>Ein Elefant sitzt auf meiner Brust, kein Atem geht rein noch raus. Mein Hände sind klatschnass. &#8222;Panikattacke!&#8220; Presse ich hervor.</p>



<p>Mein Leben nimmt meine Hand und legt sie auf sein Herz: “Irene? Sieh mir in die Augen! Du musst Atmen. Ein und Aus.” Meine Hand spürt wieder die Wärme meines Lebens. Fasziniert, sehe ich ihr dabei zu, wie sie sich mit der Hand meines Lebens hebt und senkt. “Ein und Aus.” Mein Leben steht nun dicht vor mir. Beim Einatmen blähen sich seine Nasenflügel und sein Brustkorb hebt sich, beim Ausatmen fällt alles wieder zusammen.<br><br>“Ein und Aus.” Wiederholt mein Leben. “Sieh mir in die Augen!” Fordert mein Leben mich nochmal auf. Ich blicke auf und sehe meinem Leben in die Augen. Sie sind blau, wie die meiner Mutter. Etwas glitzert in ihnen. Tränen steigen aus den unteren Augenlidern auf und fließen dann meinem Leben über die Lieder, Wangen. Sanft wie Regen, kalter Regen auf warme Hände.<br><br>Ein paar Meter neben uns, öffnet sich jetzt die weiße Tür. Die tiefe Stimme meines Vaters mit den kehligen Untertönen, ein Überbleibsel seiner griechischen Herkunft, vibriert durch den Flur: “Jetzt verabschiedet ihr euch!” Die 16-Jährige Irene wird durch die Tür in das Zimmer gezogen. Die 43 Irene versucht wieder zu atmen. <br><br>In den Augen meines Lebens sehe ich einen Film ablaufen. So wie ich damals diese Situation erlebt habe.</p>



<p>Tür. </p>



<p>Zimmer.</p>



<p>Monitore.&nbsp;</p>



<p>Schläuche.</p>



<p>Bett.</p>



<p>Kissen.&nbsp;</p>



<p>Mama?&nbsp;</p>



<p>Der Krebs hatte gewonnen.</p>



<p>In der Mitte des Zimmers ein großer Teppich. </p>



<p>Rot- weiß mit Ornamenten und Blumenmotiven.<br><br>Gelb auf weißem Kissen. Das Gesicht einer Toten.<br><br>Meine Mutter, die friedlich in ihrem Krankenhausbett liegt. Ihre blauen Augen für immer geschlossen. <br><br>Meine Brüder, mein Vater und ich greifen die vier Ecken des Orient-Teppichs und kehren die Trauer darunter.<br><br><br>“Es tut mir leid.” Die Worte meines Lebens holen mich zurück in die Wirklichkeit. Zumindest wieder in den Krankenhausflur. “Es tut dir leid?” Meine Atmung hat sich wieder reguliert und ich trete einen großen Schritt weg von meinem Leben. Eine Entschuldigung von meinem Leben? Damit hätte ich ja nun nicht gerechnet. </p>



<p>“Wir beide…” Mein Leben deutet zwischen sich und mir hin- und her, “&#8230; leben schon so lange mit diesem Verlust, dass ich es manchmal vergessen. Weißt du, ich will immer weiter und tendiere dazu, zu schnell unterwegs zu sein. Auch das tut mir leid.”<br><br>Ich betrachte mein Leben, wie es da vor mir steht, mit hängendem Kopf und nassen Wangen. Seine bunte Kleidung gegen das viele weiß, das uns immer noch umgibt. “Ich vergesse es auch manchmal.” Flüstere ich leise. Die Augen meines Lebens suchen meine und ich halte seinem Blick stand. “Lass uns langsam machen &#8211; ja?” Bitte ich mein Leben. Es nickt mir zu und wir umarmen uns. </p>



<p>“Loslassen ist ein Prozess.” Mein Leben drückt mich nochmal fest an sich und gibt mich dann frei. Wir kehren der Vergangenheit den Rücken zu und gehen langsam die weißen Flure zurück, bis zu der Eingangspforte des Krankenhauses. Die Sonne schien an diesem Tag im Mai 1996. Das gleißende, warme Licht bildet so einen scharfen Kontrast zu dem ganzen weiß in dem wir die ganze Zeit standen, dass ich die Augen schließen muss. Ich höre noch, wie mein Leben die schweren Glastüren öffnet. <br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/03/26/mein-leben-moechte-dass-ich-loslasse/">Mein Leben möchte, dass ich &#8222;loslasse&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://irenekasapis.de/2024/03/26/mein-leben-moechte-dass-ich-loslasse/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Leben ist für andere uninteressant</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2024/03/10/mein-leben-ist-fuer-andere-uninteressant/</link>
					<comments>https://irenekasapis.de/2024/03/10/mein-leben-ist-fuer-andere-uninteressant/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 15:49:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://irenekasapis.de/?p=1613</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ring, Ring.<br />
Ich schlage die Augen auf. Eine graue Filz Wand versperrt meinen Blick. Neben einem Festnetztelefon steht eine kleine Topfpflanze, in deren Erde ein kleiner goldener Buddha mich schelmisch angrinst. Auf dem Display des Telefons sehe ich die Vorwahl +1 auf leuchten. Wo bin ich? Alles scheint mir so vertraut.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/03/10/mein-leben-ist-fuer-andere-uninteressant/">Mein Leben ist für andere uninteressant</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ring, Ring. </em><em><br></em>Ich schlage die Augen auf. Eine graue Filz Wand versperrt meinen Blick. Neben einem Festnetztelefon steht eine kleine Topfpflanze, in deren Erde ein kleiner goldener Buddha mich schelmisch angrinst. Auf dem Display des Telefons sehe ich die Vorwahl +1 auf leuchten. Wo bin ich? Alles scheint mir so vertraut.<br><br><em>Ring, Ring.</em><br>Das Telefon klingelt weiter. Ich beachte es nicht. Mein Blick schweift durch bodentiefe Fenster auf eine Kreuzung. An der einen Ecke leuchtet das orange Schild einer Supermarktkette durch den grauen Tag. Gegen die Scheiben klopft Regen, vereinzelt wehen Blätter einer Tageszeitung über die leeren Straßen. Ein einzelner&nbsp; Obdachloser kniet in einer windgeschützten Ecke und macht sich ein Bier auf. Mir wird ganz flau im Magen. Ich weiß warum mir das alles so vertraut vorkommt. Ich habe hier mal gearbeitet! Genau an diesem Platz mit diesem Blick auf die Kreuzung habe ich zwei Jahre meines Lebens verbracht.&nbsp;</p>



<p>Shit! Ich bin wieder hier! Wieder zurück gereist in einen Teil meiner Vergangenheit! Anscheinend hat nicht nur meine Trauer die Fähigkeit Zeitreisen mit mir zu unternehmen, sondern auch mein Leben! Na das kann was erleben! Ich hatte mir geschworen nie wieder an diese Zeit bei <em>Junction</em>, so hieß die Firma, für die ich damals gearbeitet habe, zu denken. </p>



<p><em>Ring, Ring.</em><br>Wieder die amerikanische Nummer. Ich gehe nicht dran. Ich arbeite hier nicht mehr, soll sich jemand anderes drum kümmern. Die fluoreszierende Deckenlampen spiegeln sich in dem großen Bildschirm an meinem Arbeitsplatz. Fasziniert betrachte ich mein Spiegelbild. Ich bin sorgfältig geschminkt und meine Haare sind geföhnt. Roter Nagellack glänzt an meinen Händen. Diese Version von mir dachte ich schon längst vergessen zu haben. Meine Handflächen werden feucht, schnell reibe ich sie an meinem Oberschenkel trocken. Ich trage ein schwarzes Kleid! Ich habe schon seit Jahren kein Kleid mehr getragen. Mein Blick schweift auf den Boden neben dem Schreibtisch an dem ich sitze. Mein Herz macht einen kleinen Sprung. Meine geliebte graue Umhängetasche von <em>Liebeskind</em>! Ich hatte sie in einem Ausmistwahn weggeschmissen. Manche Dinge loszulassen, stellt sich im Nachhinein als ein Fehler heraus. Nicht dieser Job. Ich drücke die Tasche an mich. Endlich etwas Gutes aus dieser Zeit!<br><br>Rechts neben mir fällt plötzlich eine beige farbene Chinohose auf. Das Bein, das in ihr steckt hibbelt ungeduldig. Da die graue Filzwand auch einen Teil von meinem Blick in den restlichen Raum versperrt, werfe ich einen Blick um die Wand herum.<br><br>“Hey! How was it in my beloved home country?”<br>Meine Augen füllen sich spontan mit Tränen. Mein alter Kollege Constantin! Ich muss wohl relativ am Anfang meiner Zeit bei <em>Junction</em> gelandet sein. Ich war für zwei Wochen in die USA geschickt worden, um in ein komplexes E-Mail Programm eingearbeitet zu werden. Ich krame verzweifelt in meinem Gedächtnis. Das ist alles schon so lange her? Was soll ich denn jetzt antwortet? Hilfesuchend blicke ich mich hastig an meinem Schreibtisch um. Ein hölzerner Weihnachtsmann steckt an der Trennwand. Mir fällt wieder ein, wie verloren und einsam ich mich in den USA gefühlt habe. Genau so verloren wie der grinsende Weihnachtsmann in dem Grau der Filzwand. Zwei Wochen war ich in einem Hotel untergebracht, auf Firmenkosten, versteht sich. In der Gegend gab es nur zwei Sachen zum sehen: Bürogebäude und Shopping Malls. Dort hatte ich versucht mir die Zeit zu vertreiben und mein Unglück zu vertreiben. Was natürlich nicht funktioniert hat. Nur der Weihnachtsmann spendet mir ein bisschen Trost. Jeden Abend kehrte ich müde in mein Hotelzimmer zurück. Nicht mal die Fenster ließen sich öffnen, die ganze Zeit lief die Air Condition und ich hatte das Gefühl zu ersticken. </p>



<p>“Eirien?”<br>Ich schrecke aus meiner Erinnerung. Constantine sieht mich fragend an und schiebt sich dabei seine Hornbrille auf die Nase. Ohje. Die Wahrheit über meine Einsamkeit kann ich ihm nicht erzählen. Schließlich war er so stolz auf sein Heimatland. Also tue ich das, was ich damals immer getan habe: die Zähne zusammenbeißen und irgendeine Geschichte erzählen mit dem mein Gegenüber zufrieden ist.<br><br>“It was awesome! I went Christmas shopping and bought a beautiful coat.” Das war nur eine halbe Lüge, denn wie ich vorhin im Spiegelbild auf meinem Bildschirm gesehen hatte, hing auf meinem Bürostuhl meine alte graue Daunenjacke von <em>Abercrombie &amp; Fitch</em>. Ein rares Gut. Die Marke kam erst ein paar Jahre später nach Deutschland. Ich war so stolz auf sie gewesen und hatte sie so lange getragen, bis sie mir zu klein geworden war. Was mir damals alles wichtig war, wundere ich mich im stillen.<br><br>“Nice! How did you like the girls?” Constantine lächelt mich jetzt wieder strahlend an. Seine kurze Verwirrung über meine zögerliche Antwort, scheint verschwunden zu sein. In seinem jungen Gesicht sehe ich keinerlei Argwohn, nur pure Neugierde und Interesse. Mir fällt ein, wie gerne ich Constantine als Kollegen hatte. Er war so ein tiefenentspannter Charakter gewesen, der mir in der stürmischen Zeit, die ich bei <em>Junction</em> hatte, immer Halt gegeben hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm das je gesagt habe. Ich schätze eher nicht. Wir verstanden uns zwar gut, aber über Gefühle redeten wir nicht. Besser gesagt: ICH redete damals mit niemandem über meine Gefühle.<br><br><em>Ring, Ring.</em><br>Dieses verdammte Telefon! “Better get that. Markus doesn’t like waiting.” Constantine zwinkert mir zu und dreht sich dann wieder seinen Bildschirm zu.<br><br>Marcus? Wie in mein alter Chef Marcus? Oh neee! Auf den habe ich jetzt so gar keinen Bock. Hatte ich schon damals nicht. Schnell tue ich so, als würde ich in meiner Handtasche etwas suchen. Das Firmentelefon verstummt. Dafür vibriert es jetzt in meiner Handtasche. Irritiert krame ich mich den Inhalt meiner geliebten Handtasche. Meine Hände tasten sich durch etwas Weiches, einer Zigarettenpackung, diverse Schokoriegeln, Haargummis, Nagellackflaschen und einer halb angefressenen Butterbreze. Das Papier der Tüte ist ganz fettig. Igitt!<br><br>Schnell ziehe ich meine Hand aus der Handtasche. Mein Handy in der Hand. Fettige Finger um eine rote Handyhülle gespannt. Marcus&#8216; Name blinkt auf dem Display. <em>Marcus doesn’t like waiting.</em><br>In der Tat, wenn Marcus etwas von einem wollte, dann konnte er s e h r nerven. Ich erinnere mich noch gut an seine Anrufe, die gerne auch mal Freitag Nachmittags um halb fünf erfolgten. In diesen ging es nie um etwas Wichtiges. Es waren Kontrollanrufe an mich und meine KollegInnen, ob wir auch noch ja im Büro sitzen. Marcus war dagegen, während diesen Telefonaten schon oft auf dem Weg in sein Wochenende. Wollte ich etwas von ihm, eine Beförderung, mehr Gehalt oder Home Office, tauchte er unter und ging nie an sein Telefon.<br><br>Mein Handy hört auf zu brummen und zeigt mir eine neue Voicemail an. Der kann mich mal! Ich arbeite hier nicht mehr! Was auch immer es ist, wir hatten es schon und mein altes Ich hat sich, so gut sie es damals konnte, drum gekümmert.<br>Aus den Kopfhörern, die an den Firmenlaptop angeschlossen sind, ertönt nun der typische Skype Klingelton. “Marcus calling” erscheint in der rechten unteren Ecke des Bildschirms. Demonstrativ stehe ich auf. Ich muss mir erstmal die Hände waschen.<br><br>Ich quetsche mich hinter dem Bürostuhl von Constantine durch das kleine Büro in Richtung Glastür. Schon lustig, wie mein Gedächtnis funktioniert. Ich weiß genau, wenn ich jetzt die Tür öffne, mir von links aus dem Büro Stimmengewirr und Gelächter entgegen schallen wird und das in dem rechten Büro meine anderen zwei Lieblings Kollegen sitzen. Karl und Karla. Ich weiß nicht mehr wieso, aber damals liebte ich diesen bunt zusammengewürfelten Haufen von Menschen, die so viel Leben in mein Leben brachten.<br><br>Im Büro Flur passiere ich ein kleines Regal in dem ich immer die Post der KollegenInnnen ein sortiert habe. Eine der vielen kleinen Aufgaben, die mir in den Schoß gefallen waren. Okay gut. Das war gelogen. Diese Aufgabe machte ich gerne.  Für fünf bis zehn Minuten am Tag konnte ich dem Büro Trubel entfliehen und eine Rauchen gehen.<br>Am Gang hängen Landschafts- und Blumenbilder von einem Künstler, den Karla auf einem Malta Urlaub entdeckt hatte und unseren Chef, Marcus irgendwie dazu überredet hatte, von diesem Künstler Bilder zu kaufen. Karla bekam was sie wollte von Marcus. Ich nicht. Ich glaube mich an das Wort Büroverschönerung zu erinnern. Eigentlich müsste es irgendwas auf Englisch gewesen sein, denn Marcus war Schwede und die Hauptsprache im Büro war Englisch. Ich habe keine Ahnung wie ich das hinbekommen habe, jeden Tag in einer anderen Sprache zu reden, Präsentationen zu halten und vor allem sinnvolle E-Mails in Englisch zu schreiben. Leise seufzend gehe ich langsam weiter in Richtung Küche.<br><br>Eine Bürotür öffnet sich. “Marcus sucht nach dir!” Ich muss grinsen. Vor mir steht Karl. Er hatte ein Jahr vor mir bei <em>Junction</em> angefangen und auch wenn er Familienvater war und minimum zehn Jahre älter als ich, verstanden wir uns blendend. Spontan will ich Karl umarmen, lasse es aber. Auch mit ihm sprach ich nicht über das, was ich wirklich fühlte. “Ich weiß.” stöhne ich und zeige ihm meine fettigen Hände. “Muss wichtig sein. Besser du rufst ihn zurück!&#8220; Karl schließt die Bürotür hinter sich, wie eine Schnecke, die den Kopf zurück in ihr Haus zieht.<br><br>Bevor ich <em>Junction</em> angefangen hatte, hatte ich mich auf über 100 Jobs beworben. Und 99 Absagen bekommen. Ich weiß bis heute nicht, woran das lag. Anscheinend wollte mein Leben, dass ich genau in dieser Firma lande.<br><br>“Servus Irene!” Mein Leben! Entspannt sitzt es an dem Hochtisch einer schwedischen Möbelmarke und trinkt aus einem großen roten Becher. In der Küche, deren ebenfalls bodentiefe Fenster den Blick freigeben auf umliegende teure Wohnungen und Büros, riecht es nach geröstetem Kaffee. Kein Wunder, dass mein Leben immer so schnell unterwegs ist, wenn es Kaffee inhaliert.<br><br>Abrupt halte ich inne. “Was machst du denn hier?” Mein Leben schlägt die Seite einer Zeitung um und nimmt noch mal einen Schluck Kaffee. Ein kleiner weißer Schaum auf ihrer Oberlippe erinnert mich kurz an den Bart des Weihnachtsmann an meinem Schreibtisch.<br>“Ich habe dir doch gesagt, dass ich immer bei dir bin.”<br>“Aber, aber…”<br>&#8222;What&#8217;s up?” Dick! Der Chef von meinem Chef kommt in einem teuren Anzug in die Küche und wirft nur einen kurzen Blick auf mein Leben und dann gleich wieder auf sein Handy.<br><br>Wie angewurzelt stehe ich in der Küche und schaue Dick dabei zu, wie er sich einen Kaffee aus der sündhaft teuren Kaffeemaschine heraus lässt, dabei tippt er weiter auf seinem Handy herum.<br>“Kann er dich sehen?” flüstere ich meinen Leben aus den Mundwinkel heraus zu.<br>“Ja!” antwortet mein Leben laut. “Aber ich interessiere ihn nicht.” Mein Leben wirft Dick einen wütenden Blick zu. Der rührt sich weiterhin auf sein Handy starrend nun braunen Zucker in den Kaffee. Ich versuche mich vor mein Leben zu stellen. Dick jetzt zu erklären, dass das mein Leben ist, erscheint mir doch als sehr verrückt.<br><br>Dick nimmt jetzt einen Schluck aus seinem roten Becher: “Hmmm.” Schmatzt er. “Only Italian coffee is the best coffee &#8211; right, troublemaker?” Dabei grinst Dick mich an und verlässt, schon den nächsten Call am Handy annehmend die Küche. Er dreht sich noch mal um und ruft mir zu: “Call Marcus!” <br>Ich habe, glücklicherweise, vergessen, warum mein Spitzname “troublemaker” war. Aber ich hasste ihn. Außerdem hasste ich diese Einstellung, dass alles nur vom besten sein musste. Diese Firma hatte Geld! So viel Geld. Ich erinnere mich noch an einen Oktoberfestbesuch, bei dem das ganze europäische so viel Schnaps und Bier gesoffen hat, dass ich den ganzen Abend über Angst hatte, dass der Gutschein in meiner Tasche, der schon einen dreistelligen Betrag aufwies, nicht ausreichen würde. Max, ein anderer Kollege, “rettete” mich am Ende und bezahlte den restlichen dreistelligen Betrag in Bar und setzte alles auf seine Spesenabrechnung. Aber für meine Gehaltserhöhung schien das Geld nie da gewesen zu sein.<br><br>Schon die Erinnerung an Max lässt mich schaudernd. Mir wird noch schlechter, als mir eh schon von dieser Zeitreise ist. Max kam immer einen Tick zu nah in meinen personal space. Nicht nur bei mir, sondern bei allen weiblichen Kolleginnen. Er war derjenige, der mich jedes Mal zur Begrüßung umarmte und mich dabei einen weiteren Tick zu lange festhielt. Angewidert schüttele ich mich. Ich fühlte mich damals, wie eine tickenden Zeitbombe, die nur darauf wartete zu explodieren. Schnell wasche ich mir meine fettigen Hände, so als könnte ich damit auch die Erinnerung an Max abwaschen. <br><br>Mein Leben räuspert sich. Erschrocken fahre ich herum. Mein Leben lächelt entspannt. “Wer ist Marcus?”<br>“Mein alter Chef. Wir hassen ihn.” Ich schüttle mich nochmal und lasse Wasser in einen teuren Wasserkocher fließen. Den alten musste ich entsorgen, da das Team der Meinung war, er wäre zu langsam. Irgendwann hatte ich damals aufgegeben, diese Details zu hinterfragen. Schon seltsam, woran mein Gehirn sich noch alles erinnert.<br><br>“Nicht w i r hassen ihn. Du hasst ihn!” stellt mein Leben klar und steht von einem der Barhocker auf. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Die Firma war umgezogen und Karl und ich hatten mit der Firmenkreditkarte den halben schwedischen Möbelladen für neue Küchenmöbel und weiteren Schnick Schnack für die neuen Büroräume besorgt. Zum Einstand in die neue Büroräume hatte ich eine “DIY”- Party organisiert:  Welches Team kann am schnellsten schrauben und hämmern. Marketing vs. den Rest. Marketing verlor, spendierte dafür allerdings den Champagner, mit dem wir alle lachend auf die neuen Räumlichkeiten anstießen. Das war ein guter Tag. Daran erinnere ich mich.<br><br>“Moment! &#8222;Heißt das, du bist nicht mein damaliges Leben, sondern mein jetziges Leben?” Schon auf den Zeitreisen mit meiner Trauer, war ich durcheinander gekommen mit den verschiedenen Versionen meiner Trauer. Mein Leben zieht die Stirn in Falten und sieht mich besorgt an. Lässig lehnt es sich neben mich an die Büro Küchentheke.<br>“Du hattest damals kein Leben. D a s … “ Mein Leben deutet mit dem Daumen in Richtung Büro Flur “&#8230; war dein Leben. Und natürlich Mr. Right.” Genervt verdreht mein Leben die Augen.<br><br>Mein Handy vibriert in meiner Hand. Auf dem Display erscheint ein Foto von mir und Mr. Right, das ich damals sehr liebte. Mr. Right, groß, blond und extrem gut aussehend hat den Arm um mich gelegt. Ein römischer Gott mit einer griechischen Göttin, hatten wir damals immer gescherzt. Hinter uns erkenne ich die Isar und strahlend blauen Himmel. Neben ihm sehe ich ganz klein aus. Ein unsichtbarer Wind bläst unsere Haare zusammen, dass sich die Farben von blond und braun vermischen. Es ist nicht zu erkennen, wo Mr. Right aufhört und wo Irene anfängt. Genauso war unsere Beziehung damals. Genauso waren alle meine Beziehungen damals. Es gab keine Grenzen, ich hatte keine Grenzen. Ich wusste nicht mal, was das ist. Ich dachte, um geliebt zu werden, müsste ich immer alles von mir geben. Ein Ich gab es damals nicht.</p>



<p>&#8222;Wenn man vom Teufel spricht.” stöhnt mein Leben.<br>“Hey!” zische ich es an. “Mr. Right war kein Teufel &#8211; okay?!” Ich mache eine kleine Pause und betrachte sehnsüchtig, das Bild von Mr. Right und mir. Nach unserer Trennung hatte ich es von meinem Handy gelöscht. Als ich mich selber so glücklich strahlend sehe, zieht sich mein Herz zusammen.<br><br>Ich hatte das Plakat mit der Aufschrift “Partnerschaft”, was mein Leben an meine bodentiefen Fenster gehängt hatte, rigoros zusammen geknüllt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Sehnsucht nach einer Partnerschaft nicht doch ab und an in mir auftaucht. Natürlich nicht mit Mr. Right. Sondern mit jemand anderem, jemand, der sich für mich, meine Trauer und mein Leben interessiert.<br><br>“Hrm.” Neben mir räuspert sich mein Leben. “Irene? Ein Schritt nach dem anderen.”<br>“Kannst du meine Gedanken lesen?” Ich hatte das schon meiner Trauer bei ihrem Einzug verboten. Allerdings musste ich dann bei einer anderen Zeitreise feststellen, dass dies unser einziges Kommunikationsmittel war. Das Tabu über meine Trauer zu sprechen, hatte mir sprichwörtlich den Hals zugeschnürt.<br><br>&#8222;Selbstverständlich nicht!” entrüstet zieht sich mein Leben noch einen Kaffee aus der teuren Büro Kaffeemaschine. “Ich empfang nur so vibes von dir. Der gerade war dunkelblau, was laut deinem Buch, Sehnsucht bedeutet.”<br><br>“Du hast mein Buch gelesen?” frage ich erstaunt. Mein Teewasser ist fertig und ich ziehe eine Küchenschublade nach dem anderen auf, um nach Teebeuteln zu suchen. </p>



<p>“Natürlich! Das war die Bedienung deiner Trauer. <em>Bevor du nur einen Fuß in die Tür setzt, liest du Irene’s Buch</em>. Deine Trauer ist ganz schön streng.”<br><br>In Gedanken schicke ich meiner Trauer ein riesengroßes Dankeschön. Würde ich jetzt nicht gerade in meiner Vergangenheit stehen, sondern wäre in meiner Echtzeit, dann würde ich ihr jetzt eine WhatsApp schreiben und mich bei ihr bedanken. Damals hatte ich keinen Kontakt zu meiner Trauer.<br><br>Versteckt hinter Sojasoßen Beutel, Essstäbchen und diversen Essenslieferanten &#8211; Flyern finde ich endlich die Teebeutel. Keine Ahnung wem der Glückstee gehört, vielleicht sogar mir oder besser gesagt meinem alten Ich. In den zwei Jahren, die ich bei <em>Junction</em> arbeitete, stand ich am Anfang meines Selbstfindung Weges und beschäftigte mich mit dem Buddhismus. Deshalb auch der kleine goldene Buddha in der Topfpflanze an “meinem” Schreibtisch. Konnte ich in dieser Zeit nicht so glücklich grinsen, dann konnte Buddha das für mich erledigen, dachte ich. Das ich selbst für mein Glück verantwortlich bin, Buddha hin oder her, war mir damals noch nicht klar. Wie so vieles.<br><br>Mein Handy, was ich bei der Suche nach den Teebeuteln, auf die schwarze Marmorplatte der Büroküche gelegt hatte, fängt wieder an zu vibrieren. Als ich das Handy in die Hand nehme, um zu checken, wer das jetzt wieder ist, sehe ich, dass Mr. Right mir eine WhatsApp geschrieben hat. Sie beginnt mit <em>Hey Spatzl</em>, sein Kosename für mich, der mein Herz wieder vor Sehnsucht schwer werden lässt. Ich bin schon lange kein “Spatzl” mehr gewesen. Seufzend lege ich mein Handy weg und tauche den Tee in eine rote Tasse. Im nächsten Moment fängt mein Handy wieder an zu vibrieren und ruckelt über den Marmor. Ein schneller Blick zeigt mit, dass es wieder Marcus ist. Mein Chef. Schon wieder!<br><br>“Kleiner Tipp. Ich an deiner Stelle würde das Gespräch annehmen.” Mein Leben ext den x-ten Kaffee, Espresso oder was auch immer es den ganzen Tag trinkt, herunter. Seine blauen Augen blitzen, so als würden sie mich zu einem Duell auffordern.<br><br>“Kein Bock. Ich arbeite doch hier gar nicht mehr. Was interessiert mich da noch, was Marcus von mir will.”<br>“Du hast es immer noch nicht kapiert &#8211; oder?” <br><br>Langsam ziehe ich den Teebeutel in der Tasse hoch und runter. Fasziniert betrachte ich, wie sich das Wasser grün färbt. Etwas, wofür ich in diesem Job definitiv nie Zeit hatte.<br><br>Das Vibrieren meines Handys verstummt. Mein Leben schnalzt ihren Daumen und Zeigefinger zusammen und zieht mit seinem Zeigefinger Kreise. Plötzlich verstummt auch das ganze Büro Hintergrundrauschen von klingelnden Telefonen, Stimmengewirr und Türen, die geöffnet und geschlossen werden. Es ist plötzlich still in der Büroküche. So als würden mein Leben und ich uns in einer Blase befinden. </p>



<p>“Wie hast du das gemacht?” Ich sehe mein Leben auf einmal mit ganz neuen Augen. Die Zeit anhalten oder was auch immer hier gerade passiert, konnte meine Trauer nicht.&nbsp;</p>



<p>“Magic!” grinst es mich an. Dank meiner Trauer weiß ich, was mein Leben damit meint.<br><br>“Es ist so, Irene…” fährt mein Leben fort. &#8222;Solange sich mein Finger sich dreht, steht die Zeit still. Das ist eine sogenannte Auszeit. Ich kann diese Zeit nicht ewig für dich anhalten, weil sich sonst deine echte Zeit verändert. Wir sind nochmal zu <em>Junction </em>zurückgekehrt, weil du hier etwas verändert hast. Für dich. Und dieses etwas mit Max zu tun. Deshalb rate ich dir, dass du Marcus zurück rufst. Rufst du ihn nicht zurück, kehren wir sofort zurück in deine Echtzeit, rufst du ihn zurück, wirst du die Magie erleben. Ich empfehle dir, dich schnell zu entscheiden. Dein Designer Sessel musste schon dran glauben und ist verschwunden.”<br><br>“Äh? Was? Mein Designer Sessel?” entsetzt denke ich an meinen Designer Sessel, der irre gut aussah, auf dem ich aber nie saß.<br>“Die angehaltene Zeit hat ihn gefressen. Im Moment nagt sie an dem linken Tischbein deines Künstlertischs vom schwedischen Möbelhaus. Die Tischplatte kippt schon bedrohlich, alle Stiften rollen die Platte runter. Rufst du Marcus zurück oder kehren wir zurück?”<br><br>“Ich habe ewig gebraucht diesen Tisch zu finden! Noch länger hat es gebraucht, die 100 Stifte nach den Farben des Regenbogens zu sortieren! Meine Trauer hat mir nie ein Ultimatum gesetzt!” maule ich patzig.<br><br>Mein Leben kneift die Augen zusammen, so als würde sie etwas sehen, was ich nicht sehen kann. Ihr Finger kreist immer noch in der Luft. “Der Behälter mit den Stiften liegt jetzt auf der Kante, noch ein paar Sekunden länger und die Auszeit hat das Tischbein komplett aufgefressen.” <br><br>Böse schaue ich mein Leben an, nehme mein Handy und drücke die Rückruf Taste.<br>“So haben wir nicht gewettet.&#8220; Mein Leben senkt den Finger. Alle Hintergrund Geräusche ertönen wieder, so als würde jemand den Volumenregler wieder aufdrehen. Die Kaffeemaschine entscheidet sich genau in diesem Moment, dieses seltsame Selbstreinigungsprogramm zu fahren, das klingt, als würde ein Traktor durch die Büroküche Kaffee brettern.<br><br>“Ich finde den Druck, den du aufbaust, total unnötig. Nein! Nicht unnötig, schei…” Genau in dem Moment meldet sich mein Chef am anderen Ende der Leitung.<br>“Finally!” ruft er mir fröhlich zu. Irritiert checke ich mein Handy Display. Nicht, dass ich jetzt doch Mr. Right zurückrufe. Das Display zeigt mir als Kontakt Marcus an. Seltsam. Fröhlich war nicht die Basis unseres Kommunikationsstils, eher kurz und trocken.<br>“Deine Farben sind save!” flüstert mein Leben mir zu.<br>“Pscht!” zische ich es an. Schulterzuckend verkrümelt es sich wieder zu ihrer Zeitschrift an den Büro Hochtisch.</p>



<p>“Yeeees?” unbewusst halte ich den Atem an, wie immer, wenn ich mit Marcus telefonierte. Seine Stimme und sein schwedisch gefärbtes Englisch wieder zu hören, verursacht mir eine Gänsehaut und ich schüttle mich innerlich.</p>



<p>“I am so glad I caught you! I have good news from the US. Regarding Max.” Meine Augenbrauen wandern zu meinem Haaransatz hoch. In Wirklichkeit hatten Marcus alles andere als “good news”, sondern wir hatten einen Konflikt. Etwas was ich haße &#8211; damals, wie heute. Aber ich konnte nicht anders, denn die tickende Bombe, ich, war explodiert.</p>



<p>Max, wie soll ich das sagen? Art? Annäherungsversuchen? überschritten an einem Tag eine Grenze, auf die ich sehr heftig reagierte. Eine Grenze, die schon jemand vor ihm überschritten hatte.</p>



<p>Ich muss gerade an der Planung der Teilnahme von <em>Junction</em> an dem alljährlichen Kongress in Frankfurt gesessen haben, als über Skype eine Nachricht von Max aufploppte: “Wollen wir uns ein Zimmer teilen?”</p>



<p>Ich war so entsetzt und geschockt über diese Frechheit, dass ich leider vergaß einen Screenshot zu machen. Vielleicht war es als Scherz gemeint, vielleicht war es auch eine Anmache, für mich war auf jeden Fall Schluss mit lustig. Ich erzählte meinem Chef, Marcus, die Geschichte und er glaubte mir nicht. “I am sure he was kidding.” “You are overreacting!” oder mit so was ähnlichem, wimmelte Marcus mich ab.</p>



<p>Er nahm mich nicht Ernst, er nahm Max in Schutz und das allerschlimmste war, dass meine damalige Kollegin Yvette sich in das Gespräch einmischte und nur lapidar meinte, dass Max sie das auch schon gefragt hätte &#8211; als ob es das auf irgendeine Weise besser machen würde. Yvette und ich verstanden uns nicht gut, aber dass sie mir als Kollegin und als Frau so in den Rücken fiel, brachte für mich das Faß zum Überlaufen.</p>



<p>Ich glaube an diesem Tag habe ich Marcus die ganze Geschichte von Max erzählt, also nicht nur von der Skype Nachricht, sondern von den vielen kleinen Dingen, die mir vorher schon aufgefallen waren und die sich für mich einfach falsch anfühlten. Ich war so wütend, dass Marcus mich nicht ernst nahm. Ich hörte nicht auf, auf Marcus einzureden, bis er mir versprach mit Max Chef Dick zu sprechen.</p>



<p>Meine Aufmerksamkeit wird wieder auf das Geschwafel von Marcus an meinem Ohr gelenkt: ”&#8230; promotion and HR will send out an self assessment, so we have clear rules for every team member.” Ich kann Marcus Stolz quasi durch den Hörer sehen.</p>



<p>“Say the promotion part again?” Fragend schaue ich mein Leben an. Es zeigt mir nur den Daumen nach oben und grinst breit. Meine Mundwinkel rutschen nach oben. In Wirklichkeit hatte ich bei Marcus verzweifelt nach einer promotion, einer Beförderung mit mehr Gehalt gebeten. Das ich von Anfang an den Job von zwei Kolleginnen machte und mich auch noch um das ganze Office Management kümmerte, wurden ebenfalls zur Seite gewischt. Meine männlichen Kollegen wurden allerdings ständig befördert.</p>



<p>Marcus wiederholt nochmal die Summe meiner promotion und bedankt sich dann nochmal mit einem weiteren Schwall von Worten bei mir, dass ich diesen ”incident reported” habe. Breit grinsend lege ich auf. “Was war das denn?” frage ich mein Leben. “Ich habe dir doch gesagt, dass du hier etwas verändert hast! Für dich. Du bist für dich eingestanden! Eigentlich für alle weiblichen Kolleginnen! Ich bin so stolz auf dich!” Mein Leben nimmt mich in den Arm und wirbelt mich in der Büroküche von <em>Junction</em> herum. Die Hochstühle wackeln bedenklich, die rote Espresso Tasse meines Lebens fällt um. Mir wird schwindelig und ich schließe meine Augen.<br><br><br><br>Anmerkung der Autorin: <br>Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Alle Namen wurden von mir verändert. Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz anzusprechen und so für mich einzustehen, hat mich damals großen Mut gekosten. Der Kollege &#8222;Max&#8220; wurde nicht entlassen, sondern arbeitete eine Zeit lang aus dem Home Office. Seine Verkaufszahlen waren zu gut. Ich verlies die Firma ein Jahr nach diesem Übergriff. Ich möchte dich bitten, dass wenn du jemanden kennst oder selber aktuell in so einer Situation bist, dann &#8211; bitte &#8211; hole/holt Euch Hilfe, denn die gibt es! </p>



<p>Das Hilfetelefon &#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220; (https://www.hilfetelefon.de) ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die (sexuelle) Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Nummer: 08000 116 016</p>



<p>In bedrohlichen Situationen gilt: Sofort den Notruf der Polizei 110 wählen. Dabei muss es noch nicht zu körperlicher Gewalt gekommen sein. Es reicht, dass die Situation als bedrohlich empfunden wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/03/10/mein-leben-ist-fuer-andere-uninteressant/">Mein Leben ist für andere uninteressant</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://irenekasapis.de/2024/03/10/mein-leben-ist-fuer-andere-uninteressant/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
