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	<title>Trauer ABC-Archiv - Irene Kasapis</title>
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	<title>Trauer ABC-Archiv - Irene Kasapis</title>
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		<title>Vertrauen, Verzauberung – und ein Sprung ins Unbekannte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Naaaaaa? Schon Delfine gesehen?“Im Hintergrund höre ich es leise rauschen. „D E L F I N E?“frage ich.Eine Welle bringt das Schiff zum Schaukeln,ich stemme die Füße gegen die leicht feuchten Planken unter mir.Mir wird schlecht. „Du wolltest unbedingt diesen Trip machen.Schwimmen mit Delfinen, erinnerst du dich nicht?“ Ich schüttle den Kopf –was meine Trauer...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/05/23/vertrauen-verzauberung-und-ein-sprung-ins-unbekannte/">Vertrauen, Verzauberung – und ein Sprung ins Unbekannte</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Naaaaaa? Schon Delfine gesehen?“</strong><br>Im Hintergrund höre ich es leise rauschen.</p>



<p><strong>„D E L F I N E?“</strong><br>frage ich.<br>Eine Welle bringt das Schiff zum Schaukeln,<br>ich stemme die Füße gegen die leicht feuchten Planken unter mir.<br>Mir wird schlecht.</p>



<p><strong>„Du wolltest unbedingt diesen Trip machen.<br>Schwimmen mit Delfinen, erinnerst du dich nicht?“</strong></p>



<p>Ich schüttle den Kopf –<br>was meine Trauer am anderen Ende der Leitung natürlich nicht sehen kann.</p>



<p>Ich brauche meine ganze Kraft,<br>um nicht auf die zugegeben sehr schönen Holzplanken zu kotzen.<br>Außerdem hat mich der Tintenfleck meiner Angst immer noch im Griff.</p>



<p><strong>„Ich … habe … solche Angst!“</strong><br>stammele ich ins Telefon.</p>



<p><strong>„Ja, das wussten wir bei der Buchung der Reise deines Lebens schon.<br>Das ist völlig okay.<br>Ich habe dir Tabletten gegen Reiseübelkeit in deinen Rucksack gepackt.<br>Nimm zwei – und atme, Irene! Du musst atmen!“</strong></p>



<p>Ich klemme das Handy unter meinen schiefgelegten Kopf,<br>löse die Hand vom Tisch<br>und öffne den Reißverschluss meines Rucksacks.</p>



<p>Ganz unten, zwischen meiner schwarzen Softshelljacke,<br>meinem ausgebeulten Notizbuch<br>und meiner rosa Wasserflasche,<br>finde ich tatsächlich eine Packung Reisetabletten.</p>



<p>Hastig reiße ich die Verpackung auf,<br>lege zwei blaue Kapseln auf den Tisch,<br>trinke gierig einen Schluck Wasser –<br>es schmeckt nach Plastik –<br>und schlucke die Tabletten herunter.</p>



<p>Ich atme tief durch.</p>



<p><em>Was zur Hölle ist hier los?</em></p>



<p>Meine Aufmerksamkeit geht zurück zu meiner Trauer,<br>die am Telefon munter plappert:</p>



<p><strong>„… Rauchen und atmen ist natürlich eine spannende Kombination.<br>Ich weiß ja, dass du am Rauchen hängst und dir manchmal einbildest,<br>dass der Rauch dich vor fremden Energien schützt.<br>Aber Fakt ist: Rauchen tötet. Wusstest du übrigens …“</strong></p>



<p><strong>„Trauer!“</strong><br>unterbreche ich sie.</p>



<p>Einen Vortrag über das Rauchen kann ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.</p>



<p><strong>„Was ist hier los? Wo bin ich? Und wo bist du?“</strong></p>



<p><strong>„Griechenland, Irene, Griechenland!<br>Dass du das nicht sofort erkennst!<br>Du bist auf einem Schiff, weil du mit Delfinen schwimmen wolltest.<br>Ich bin am Strand, schlürfe Cocktails und bediene mich am Buffet.<br>Mich sieht ja keiner.“</strong></p>



<p>Ein wieherndes Lachen meiner Trauer lässt mich das Handy vom Ohr wegziehen.</p>



<p><strong>„Aber warum?“</strong></p>



<p><strong>„Wir hatten das doch besprochen.<br>Das ist der Bonus der Trauer-Uni!<br>Erinnerst du dich nicht?“</strong><br>Ihre Stimme klingt,<br>als würde sie mit einem kleinen Kind sprechen –<br>unterschwellig ungeduldig und auffällig süß.</p>



<p><strong>„Nein! Ich erinnere mich nicht!<br>Wie komme ich hierher?“</strong></p>



<p><strong>„Magie, Irene!“</strong></p>



<p><strong>„Ich scheiß auf die Magie! Hol mich hier weg!“</strong></p>



<p><strong>„Willst du nicht die Delfine sehen?“</strong></p>



<p><strong>„Delfine, Delfine!“</strong><br>ertönt es von irgendwo auf dem Schiff.</p>



<p><strong>„Ich will keine Delfine sehen!<br>Mir ist kotzschlecht,<br>und ich will sofort nach Hause!“</strong></p>



<p><strong>„Miss Irene?“</strong><br>Ein Wuschelkopf erscheint auf der Treppe,<br>die das untere mit dem oberen Deck verbindet.</p>



<p>Schokoladenbraune Augen,<br>eingebettet in das Gesicht eines griechischen Gottes,<br>blicken suchend umher –<br>und leuchten auf, als sie mich entdecken.</p>



<p><strong>„Äh, hier ist ein Typ!“,</strong><br>flüstere ich ins Telefon.</p>



<p>Der Grieche – Adonis? Zeus? Hermes? –<br>kommt mit sicheren Schritten auf mich zu.<br>Sein halber Neoprenanzug passt perfekt,<br>und darunter zeichnet sich ein Sixpack ab.<br>Mein Mund wird trocken.</p>



<p><strong>„Das ist Dimitri. Du kannst ihm vertrauen.<br>Er hat dir den Trick mit der Boje gezeigt. Erinnerst du dich nicht?“</strong></p>



<p>Wie oft soll ich meiner Trauer noch sagen,<br>dass ich mich NICHT erinnere?</p>



<p><strong>„Die Delfine sind jetzt da. Kommst du?“</strong><br>fragt Dimitri.</p>



<p>Ich erkenne an seiner kehligen Aussprache,<br>dass er Grieche ist.<br>Wer wie ich mit diesem Akzent aufgewachsen ist,<br>hört das sofort.</p>



<p><strong>„Nein, verdammt.<br>Ich erinnere mich an gar nichts.“</strong><br>flüstere ich meiner Trauer zu<br>und grinse Dimitri künstlich an.</p>



<p><strong>„Das ist aber seltsam …“</strong></p>



<p>Er steht jetzt direkt vor mir,<br>streckt mir die Hand entgegen.<br>Seine blauen Augen blitzen.</p>



<p><strong>„Now or never!“</strong></p>



<p><strong>„Ich muss jetzt auflegen.“</strong></p>



<p>Zu meiner eigenen Überraschung<br>drücke ich die Trauer einfach weg,<br>stopfe mein Handy zurück in den Rucksack<br>und stehe auf.</p>



<p>Ich halte mich am kleinen Tisch fest,<br>aber nicht mehr so krampfhaft wie zuvor.<br>Die Tabletten wirken Wunder –<br>meine Übelkeit ist weg.</p>



<p>Der schwarze Tintenfleck auf meinem Herzen<br>beginnt, sich wie eine Qualle zu bewegen.</p>



<p>Ein neues Gefühl fordert seinen Platz:<br><strong>Vertrauen.</strong></p>



<p>Ein wunderschönes Königinnenblau breitet sich aus<br>und gesellt sich zu meinem Da-Glü-LeBEr-E-Scha-Gebor.<br>Jetzt also:<br><strong>Da-Glü-LeBEr-E-Scha-Gebor-Ver.</strong></p>



<p><em>Bei Gelegenheit sollte ich das mal sortieren</em>,<br>denke ich noch<br>und greife Dimitris ausgestreckte Hand.</p>



<p><strong>Ich kann ihm vertrauen,<br>sagt mein Instinkt.<br>Und vor allem –<br>wow! –<br>ich kann mir vertrauen.</strong></p>



<p><strong>„Du folgst mir einfach – okay?“</strong><br>sagt Dimitri.</p>



<p>Unter einer pinken Schnorchelmaske –<br>Ton-in-Ton ist ein Muss –<br>mit Flossen an den Füßen<br>komme ich mir reichlich dämlich vor.<br>Aber Dimitri sieht genauso albern aus.</p>



<p>Mein Herz wummert vor Aufregung.</p>



<p><strong>Platsch.</strong><br>Dimitri landet elegant im Wasser.</p>



<p>Ich nehme lieber die kleine Treppe neben dem stillstehenden Motor,<br>die hinab in die unendlichen Blautöne der Ägäis führt.</p>



<p>Stufe für Stufe steige ich ins Wasser,<br>gar nicht so einfach mit Flossen an den Füßen.</p>



<p>Dimitri paddelt locker auf der Stelle,<br>grinst aufmunternd.</p>



<p>Das Wasser umfängt mich –<br>kalt und weit.<br>Trotz Neoprenanzug fröstelt es mich.</p>



<p><strong>„Hier lang!“</strong><br>ruft Dimitri,<br>setzt sich seine Maske auf<br>und taucht unter.</p>



<p>Ich atme tief durch den Schnorchel ein<br>und folge ihm.</p>



<p>In dem Moment, in dem mein Kopf unter Wasser taucht,<br>wird es ruhig.</p>



<p>Alle Fragen verschwinden.<br>Was bleibt, ist mein Herzschlag,<br>mein lauter Atem im Schnorchel<br>und das sanfte Gluckern der Strömung.</p>



<p>Vor mir tanzen Lichtstrahlen durch das Wasser.<br>Alles ist still.<br>Alles ist weit.</p>



<p>Dimitri winkt mich zu sich.<br>Ich schwimme näher.</p>



<p>Aus den schwarzen Tiefen des Meeres<br>taucht ein Schatten auf.<br>Eine Gänsehaut läuft über meinen Körper.</p>



<p>Der Schatten kommt näher –<br>und dann sehe ich ihn:<br><strong>einen Delfin!</strong></p>



<p>Silbergraue Haut,<br>ein breites Grinsen.<br>Nur eine Armlänge entfernt.</p>



<p>Freudentränen steigen mir in die Augen.</p>



<p><strong>Mein Herz macht Platz für etwas,<br>das ich noch nie zuvor gefühlt habe:<br>Verzauberung.</strong></p>



<p><strong>Lila.<br>Da-Glü-LeBEr-E-Scha-Gebor-Vertra-Verzaub.</strong></p>



<p>Mein Grau aus dem Unten<br>ist nur noch ein dünner Strich am Rand meines Herzens.</p>



<p>Noch fünf weitere Delfine gleiten an uns vorbei.<br>Sie begrüßen uns in ihrer Unterwasserwelt –<br>und verschwinden wieder im Blau.</p>



<p>Prustend tauche ich auf.<br>Paddle auf der Stelle.</p>



<p><strong>„Wie krass geil war das denn bitte!“</strong><br>rufe ich in die leuchtenden Blautöne über mir.* <br><br>Ende der Reihe „Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220;.</p>



<p>Danke fürs Lesen und fürs mit fühlen. Deine Irene </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vertrauen ist, nicht zu springen.</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/05/20/vertrauen-ist-nicht-zu-springen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trigger-Warnung zum Thema Suizid. „Oooookay?“Meine Trauer zieht die Augenbrauen fragend nach oben.„Ich hoffe, du weißt, dass du mir vertrauen kannst.“ Ich weiß, Trauer. Gib mir noch ein bisschen Zeit, bis ich dir diese Geschichte erzähle,flehe ich sie innerlich an,sage es aber nicht.Ich habe keine Lust auf eine Diskussion. Jetzt wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt für...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Trigger-Warnung zum Thema Suizid.</p>



<p><strong>„Oooookay?“</strong><br>Meine Trauer zieht die Augenbrauen fragend nach oben.<br><strong>„Ich hoffe, du weißt, dass du mir vertrauen kannst.“</strong></p>



<p><em>Ich weiß, Trauer. Gib mir noch ein bisschen Zeit, bis ich dir diese Geschichte erzähle,</em><br>flehe ich sie innerlich an,<br>sage es aber nicht.<br>Ich habe keine Lust auf eine Diskussion.</p>



<p>Jetzt wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt für ihre telepathischen Fähigkeiten –<br>aber die hatte ich ihr ja beim Einzug verboten.<br>Und zu meinem Erstaunen hält sie sich tatsächlich dran.</p>



<p><em>Ich vertraue. Ich vertraue. Ich vertraue, verdammt noch mal!</em></p>



<p><strong>„Dann lass uns gucken, wie es weitergeht.“</strong><br>Der Bildschirm zeigt mich an der offenen Balkontür stehen –<br>eine Zigarette in der Hand.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Eines Nachts hatte ich ganz fürchterliche Gedanken.“</strong><br>Meine Trauer sieht mich fragend an.</p>



<p><strong>„Ja, sorry, ein Zombie schläft nicht!“</strong><br>Ich schlage die Hände vors Gesicht.<br>Auf dem Bildschirm ziehe ich noch einmal an meiner Zigarette.</p>



<p><strong>„Wenn ich jetzt springe, ist alles vorbei.“</strong></p>



<p>Meine Trauer zieht mir die Hände vom Gesicht,<br>damit ich weitersehen kann.<br>Sie ist ganz aufgeregt.</p>



<p><strong>„Jetzt kommt mein großer Auftritt!“</strong></p>



<p><strong>„Das warst du?“</strong></p>



<p><strong>„Natürlich.“</strong><br>Mit stolzgeschwellter Brust sieht sie mich an.</p>



<p><strong>„Ich habe dich aber gar nicht gesehen.“</strong></p>



<p><strong>„Ich war unsichtbar. Das hatten wir doch schon.“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Zombie-Irene auf dem Bildschirm zieht noch einmal an ihrer Zigarette.<br>Dann spricht sie laut den Satz aus,<br>den – wie ich heute weiß – meine Trauer ihr damals ins Ohr geflüstert hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>„Wenn du vom zweiten Stock springst, brichst du dir höchstens ein Bein. Geh lieber wieder ins Bett.“</strong></p>
</blockquote>



<p>Zombie-Irene gehorcht.<br>Sie drückt die Zigarette aus<br>und geht schlafen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Am nächsten Morgen“,</strong>&nbsp;fahre ich fort,<br><strong>„kontaktiere ich meinen Pferdetherapeuten mit der dringenden Bitte um ein Gespräch.“</strong></p>



<p>Seit meinem Burn-out nach der Trennung von Dan arbeite ich mit ihm zusammen.<br>Mal wirklich am Pferd, mal nicht.<br>Aber immer sitzen wir in der Stube eines Reiterhofs und trinken Tee.<br>Er erzählt Reisegeschichten mit doppeltem Boden –<br>das gefällt mir.</p>



<p><strong>Meine Selbstmordgedanken,<br>das Ultimatum, das mir Mr. Right stellte –<br>ich war völlig überfordert<br>und brauchte dringend jemanden zum Reden.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Herr Pröttel – mein Pferdetherapeut –<br>und Zombie-Irene sitzen im Garten meines Elternhauses.<br>Ausnahmsweise, wie er betont.<br>Er kam nach meinem Notruf – E-Mail, Anruf, was auch immer –<br>zu mir. Ebenfalls ausnahmsweise.</p>



<p>Wir sitzen an der hölzernen Eckbank,<br>die früher mal Sammelplatz meiner Familie war.<br>Um uns herum blühen die Rosen meiner Mutter.<br>Der Apfelbaum in der Mitte des Gartens trägt bereits kleine Früchte.</p>



<p>Herr Pröttel nimmt sich einen Stuhl<br>und setzt sich in die Sonne.<br>Ich bleibe im Schatten –<br>fröstelnd.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Ich versuche, seine Stimme zu imitieren:<br><strong>„Ich bin also hier, um Sie aus dem Schatten ins Licht zu holen.“</strong><br>Die Irene im Film nickt.<br>Herr Pröttel beginnt zu sprechen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich weiß nicht mal mehr,<br>ob ich ihm von meinen Selbstmordgedanken erzählt habe.“</strong></p>



<p>Ich stehe auf<br>und blicke aus dem Wohnzimmerfenster auf die graue Straße.<br>Ein Hundebesitzer stemmt sich gegen den Regen,<br>seinen Dackel zieht er hinter sich her.<br>Ich kenne sein Ziel –<br>ich gehe dieselbe Runde.<br>Täglich.<br>Manchmal kreuzen sich unsere Wege.</p>



<p><strong>„Ich war so verloren damals.“</strong><br>Ich drehe mich zu meiner Trauer<br>und setze mich wieder zu ihr auf die Couch.</p>



<p><strong>„Ich habe einfach keinen Ausweg aus meinem Zombie-Sein gesehen.“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Trauer zeigt auf den Teppich-Bildschirm.<br>Ich sitze dort – wie ein Häufchen Elend –<br>vor meiner Hausärztin.</p>



<p>Das rote Rezept für Antidepressiva reiche ich später<br>verschämt einer Apotheken-Mitarbeiterin.</p>



<p><strong>„Ich verstand vom Kopf her einfach nicht,<br>was mit mir los war.<br>Hätte ich ein gebrochenes Bein gehabt,<br>wäre mein Depressions-Parasit wenigstens als Gips sichtbar gewesen.<br>Für mich.<br>Für andere.<br>Dann hätte ich es vielleicht verstanden.<br>Aber eine gebrochene Seele …?“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Plötzlich lösen sich Tränen aus meinen Augen.<br>Lang unterdrückte Scham bricht sich ihren Weg.</p>



<p>Meine Trauer legt tröstend den Arm um mich.</p>



<p><strong>„Depressionen sind tabu in unserer Gesellschaft.<br>Die simuliert doch nur.<br>Die ist zu faul zum Arbeiten –<br>das ist es, was die Leute denken!“</strong></p>



<p>Meine Trauer holt mir ein Stück Küchenrolle.<br>Ich tröte geräuschvoll hinein –<br>überrascht von der Wucht dieser aufgestauten Emotionen.</p>



<p>Der Bildschirm zeigt jetzt ein Standbild.<br>Bunt.<br>Stumm.*<br><br>✨ Teil 8 aus der Mai-Reihe<br>„Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>*Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220;.</p>



<p>Nächster Teil:&nbsp;<strong>Lebendigkeit.</strong></p>



<p>____________________________________________________________________________________________<br>🕊 <strong>Hinweis bei emotionalen Krisen oder Suizidgedanken:</strong><br>Wenn du gerade dunkle Gedanken hast oder das Gefühl, nicht mehr weiterzuwissen:<br><strong>Du bist nicht allein. Und du musst das nicht alleine aushalten.</strong></p>



<p>Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr für dich da – anonym, kostenfrei und mit offenen Ohren:<br>📞&nbsp;<strong>0800 111 0 111</strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>0800 111 0 222</strong><br>🌐&nbsp;<a class="" href="http://www.telefonseelsorge.de/">www.telefonseelsorge.de</a>&nbsp;(auch per Chat oder Mail)</p>



<p>In akuten Notfällen wähle bitte den Notruf:&nbsp;<strong>112</strong><br>Oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter:&nbsp;<strong>116 117</strong></p>



<p>Es ist mutig, Hilfe anzunehmen.<br>____________________________________________________________________________________________<br></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meine Trauer wusste, wie Erleichterung geht – ich musste nur zuhören</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/05/16/meine-trauer-wusste-wie-erleichterung-geht-ich-musste-nur-zuhoeren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Trauer?“Ich versuche, meine Füße zu heben – es geht nicht. „Keine Ahnung.“Meine Trauer betrachtet mich nachdenklich. Halt suchend greife ich nach ihrem Arm. „Was ist das?“Ihr Blick fällt auf mein Handgelenk – der einzige freie Punkt auf meinem Arm ist der kleine silberne Stern, den ich aus dem Surfcamp-Zimmer mitgebracht habe. „Ein Mitbringsel aus Bali!...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Trauer?“</strong><br>Ich versuche, meine Füße zu heben – es geht nicht.</p>



<p><strong>„Keine Ahnung.“</strong><br>Meine Trauer betrachtet mich nachdenklich.</p>



<p>Halt suchend greife ich nach ihrem Arm.</p>



<p><strong>„Was ist das?“</strong><br>Ihr Blick fällt auf mein Handgelenk – der einzige freie Punkt auf meinem Arm ist der kleine silberne Stern, den ich aus dem Surfcamp-Zimmer mitgebracht habe.</p>



<p><strong>„Ein Mitbringsel aus Bali! Jetzt hilf mir doch mal!“</strong><br>Ich spucke das Pulver aus und ruckle mit den Füßen hin und her.<br>Nichts.<br>Im Gegenteil – ich habe das Gefühl, mich noch tiefer einzugraben.</p>



<p><strong>„Lass mal sehen.“</strong><br>Meine Trauer nimmt meine Hand, betrachtet aufmerksam den Anhänger an seinem blauen Stoffband.<br><strong>„Das erklärt so einiges.“</strong></p>



<p>Sie lässt meine Hand los und starrt gedankenverloren auf den Haufen, der mich mitten in meinem Flur festhält.</p>



<p><strong>„Was? Was erklärt das?“</strong></p>



<p><strong>„Du hast etwas aus der Vergangenheit mitgebracht.“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Meine Trauer beginnt jetzt, mich zu umkreisen – wie Sherlock Holmes.</p>



<p><strong>„Also pass auf, Irene. Erstens: Du warst alleine auf Bali, weil du es immer so verdammt eilig hast.<br>Deshalb war das Zauberwort ja auch <em>Pelan-pelan</em>!“</strong></p>



<p><strong>„Was&nbsp;<em>langsam – langsam</em>&nbsp;auf Indonesisch heißt. Das weiß ich doch inzwischen …“</strong><br>unterbreche ich sie ungeduldig.</p>



<p>Hätte ich mal besser den Mund gehalten. Das Pulver oder was auch immer es ist, rutscht jetzt von meinem Gesicht wieder in meinen Mund.<br><strong>„PF!“</strong></p>



<p><strong>„Zweitens: Du hattest keinen Bali belly. Das war ich.“</strong></p>



<p><strong>„Du hast dich in meinen Darm eingenistet?!“</strong></p>



<p>Meine Trauer nickt bedächtig.</p>



<p><strong>„Drittens: Ich hatte dir extra die Nachricht über deinen Lieblingsfilm zukommen lassen, </strong><br><strong>dass du nichts in der Vergangenheit verändern darfst.<br>Du hast dich nicht an die Regel gehalten.<br>Und jetzt haben wir den Zement!“</strong></p>



<p>Sie lächelt zufrieden – als sei alles ganz einfach.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich wollte doch nur etwas mitnehmen, das mich an den Mut erinnert, den mich die Reise damals gekostet hat.“</strong></p>



<p><strong>„Das war ja auch der Grund, warum du nach Bali zurückmusstest – damit du nochmal sehen kannst, wie mutig du warst. Nicht, um etwas aus der Erinnerung zu klauen.“</strong></p>



<p><strong>„Tut mir leid, okay?“</strong><br>Ich verschränke die Arme vor der Brust – egal, wie viel Zementpulver dabei aus mir herausrieselt.<br><strong>„Woher soll ich denn das alles wissen?“</strong></p>



<p><strong>„Ich hätte es dir erklärt …<br>wenn du nicht immer so schrecklich eilig wärst.“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Inzwischen stecke ich bis zur Hüfte im Zement.</p>



<p><strong>„Wie komme ich hier wieder raus?“</strong></p>



<p>Jetzt bekommt meine Trauer diesen Blick – den, der immer etwas ankündigt, das mir garantiert nicht gefallen wird.</p>



<p><strong>„Fluten!“</strong><br>Ihre Augen leuchten.</p>



<p><strong>„Mein Vermieter bringt mich um, wenn ich hier Wasser auf dem Parkett verteile!“</strong></p>



<p>Ich will meiner Trauer einen Vogel zeigen, doch der kleine Pulverberg ist inzwischen so hoch,<br>dass meine Arme seitlich an meine Hüfte gedrückt werden.</p>



<p><strong>„Ich dachte, du hättest einen Plan für alles?“</strong></p>



<p><strong>„Dies hier ist ein Ausnahmefall.“</strong><br>Sie setzt sich neben mich.<br><strong>„Lass uns mal folgendes probieren:<br>Wie ging es nach der Trennung mit Dan weiter?“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich habe einfach weitergemacht.<br>Als wäre nichts gewesen.<br>Ich habe alle Gefühle runtergeschluckt.<br>Ein Burn-out war die Folge.<br>Ich kündigte meinen Job,<br>fing gleich einen neuen an.<br>Ich sprang in die nächste Beziehung –<br>nur, um weiterzumachen.<br>Aber das weißt du doch alles!“</strong></p>



<p>Genervt hebe ich die Augenbrauen – und lasse sie wieder sinken.<br>Es rieselt weiter.</p>



<p><strong>„Und weiter?“</strong><br>Meine Trauer beginnt nun, mit dem Pulver kleine Häufchen zu formen.</p>



<p><strong>„Ich habe einen Pferdetherapeuten aufgesucht. Der hat mir geholfen, aus dem Burn-out wieder rauszukommen.“</strong></p>



<p>In dem Moment, in dem ich das ausspreche,<br>spüre ich, dass das Pulver aufhört zu rieseln.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich glaube, das war’s!“</strong><br>Meine Trauer klatscht in die Hände.</p>



<p>Eine gigantische Staubwolke erhebt sich – feiner Zementpulver-Regen bedeckt Möbel, Lampen, Bilderrahmen.</p>



<p><strong>„Du hast diese Geschichte so lange mit dir rumgetragen. Auf die eine oder andere Weise musste sie raus.“</strong></p>



<p><strong>„Großartig!“</strong><br>Ich rolle mit den Augen.<br><strong>„Mir wäre jede andere Art und Weise lieber gewesen.<br>Was machen wir jetzt mit dem ganzen Zeug?“</strong></p>



<p>Mein Flur sieht aus wie nach einem Volleyball-Match.<br>Mit Zement.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich habe da eine Idee.“</strong><br>Meine Trauer steht auf, greift nach Handfeger und Kehrschaufel im Flurschrank.</p>



<p><strong>„Ich glaube, dieses Pulver ist wichtig – sonst wäre es nicht aufgetaucht.“</strong></p>



<p>Sie beginnt, das Pulver um meine Knie herum zusammenzukehren, geht, kommt zurück.</p>



<p><strong>„Das muss in den Sondermüll.“</strong></p>



<p><strong>„Oh nein!<br>Ich habe keinen Bock auf Ärger mit der Nachbarin,<br>die immer den Müll durchsucht …“</strong></p>



<p><strong>„Sondermüll? Ich lagere das erst mal.“</strong></p>



<p>Schon trägt sie eine weitere Kehrschaufel Zementpulver aus meinem Sichtfeld.</p>



<p><strong>„Äh – und wo, bitte?“</strong></p>



<p>Inzwischen kann ich immerhin wieder meine Arme bewegen.</p>



<p><strong>„In der Badewanne.“</strong></p>



<p><strong>„Spinnst du? Was ist, wenn ich baden will?“</strong></p>



<p><strong>„Hast du überhaupt schon ein einziges Mal in dieser Wanne gelegen?“</strong><br>Sie sieht mich ernst an.</p>



<p><strong>„Äh … nein.“</strong></p>



<p>Ich beschließe, ihr zu helfen – das dauert sonst ewig.</p>



<p>Gemeinsam schaufeln wir Zement. Ich reiche ihr das Pulver, sie leert es in die Kehrschaufel.</p>



<p><strong>„Weißt du nicht, dass nasser Zement steinhart wird?“</strong></p>



<p>Ein Augenrollen von ihr beendet die Diskussion.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Sie läuft unzählige Male zwischen Flur und Bad hin und her, bis ich mich endlich wieder frei bewegen kann.</p>



<p>Ich strecke ihr meine Hand hin.<br><strong>„Danke!“</strong></p>



<p><strong>„Dafür nicht.“</strong></p>



<p>Wir betrachten gemeinsam die pulvrigen Fußspuren – sie zeigen meinen Weg vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer<br>und in den Flur.</p>



<p>Meine Kaschmirdecke liegt in der Ecke – grau, eingestaubt.</p>



<p><strong>„Die Wanne ist jetzt voll“,</strong>&nbsp;bemerkt meine Trauer trocken.</p>



<p><strong>„Kann ich den Rest bitte einfach wegsaugen?“</strong></p>



<p><strong>„Okay.“</strong><br>Sie zuckt mit den Schultern und verschwindet ins Bad.</p>



<p>Ich stöpsle den Staubsauger an und mache mich ans Werk.*<br><br>Teil 4 aus der Mai 2025-Reihe „Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>Nächster Teil: <strong>Vertrauen.</strong></p>



<p><br>*Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220;</p>



<p>Folge mir auch gerne auf Instagram unter <a href="https://www.instagram.com/irene_kasapis/">@irene_kasapis</a>. Danke.<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/05/16/meine-trauer-wusste-wie-erleichterung-geht-ich-musste-nur-zuhoeren/">Meine Trauer wusste, wie Erleichterung geht – ich musste nur zuhören</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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		<title>Zwischen Zinkpaste und Papayasaft: Die Rückkehr der Freude</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/05/13/zwischen-zinkpaste-und-papayasaft-die-rueckkehr-der-freude/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Transport! Transport!“Neben mir hupt plötzlich ein blaues Taxi. Ich schrecke aus meinen Gedanken hoch und nehme zum ersten Mal bewusst meine Umgebung wahr. Auf unzählige kleine Souvenirshops folgen Restaurants, Massagestudios, Mini-Supermärkte und Hotels. Ein Bienenschwarm von Scootern rast an mir vorbei. Es ist laut. Mein Lycra klebt vor Schweiß an meinem Oberkörper, und die Luft...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/05/13/zwischen-zinkpaste-und-papayasaft-die-rueckkehr-der-freude/">Zwischen Zinkpaste und Papayasaft: Die Rückkehr der Freude</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Transport! Transport!“</strong><br>Neben mir hupt plötzlich ein blaues Taxi. Ich schrecke aus meinen Gedanken hoch und nehme zum ersten Mal bewusst meine Umgebung wahr. Auf unzählige kleine Souvenirshops folgen Restaurants, Massagestudios, Mini-Supermärkte und Hotels. Ein Bienenschwarm von Scootern rast an mir vorbei. Es ist laut. Mein Lycra klebt vor Schweiß an meinem Oberkörper, und die Luft scheint vor Abgasen nur so zu flimmern.</p>



<p><strong>„Transport! Transport!“</strong><br>Wieder hupt der neben mir langsam gewordene Taxifahrer. Ich huste und winke ab. Kein Interesse.</p>



<p>In mir regt sich eine verwirrende Unstimmigkeit – zwischen dem leisen Nachhall der Begeisterung, die meine dreißigjährige Irene in all dem Trubel auf Bali empfunden hatte, und der Gewissheit der 42-jährigen Irene, dass sie am falschen Ort ist.<br>Sogar im falschen Jahr.</p>



<p>Ich bekomme plötzlich keine Luft mehr. Mein Magen rumort ominös. Ich beschleunige meine Schritte – und laufe beinahe gegen ein großes Straßenschild:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>PELAN – PELAN</strong><br><em>(SLOWLY – SLOWLY)</em></p>
</blockquote>



<p>Was hatte meine Trauer vorhin gesagt? Ich hätte es immer so eilig.<br>Vielleicht sollte ich wirklich mal langsam machen und schauen, was dieser Tag noch mit sich bringt.<br>Vielleicht finde ich den Mut auch alleine.</p>



<p>Ich atme tief durch – und muss gleich wieder husten.<br>Waren die Abgase damals auch schon so ätzend?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Grübelnd gehe ich weiter.<br>Mein Surfbrett schleift mittlerweile hinter mir über den Asphalt – was, wenn ich mich recht erinnere, eine Art Kardinalsünde unter den Surfern ist. Ist mir jetzt auch egal.<br>Soll sich mein zehn Jahre jüngeres Ich darum kümmern, wenn ich wieder weg bin.</p>



<p>Ich brauche jetzt erstmal Ruhe,<br>um meine Gedanken –<br>und mich – zu sortieren.</p>



<p>Ein Lichtstrahl blendet mich.<br>Ein heller, scharfer Reflex brennt in meinen Augen.</p>



<p>Ein paar Meter vor mir läuft jemand in Boardshorts, T-Shirt und Flip-Flops.<br>Nichts Ungewöhnliches hier.<br>Doch an seinem Handgelenk trägt er eine Uhr – und die Sonne spiegelt sich auf dem Zifferblatt.<br>Die Art, wie sich die Person bewegt, fühlt sich vertraut an.</p>



<p><strong>Das ist doch … Dan!</strong></p>



<p>Reflexartig will ich schon die Hand heben – doch genau in diesem Moment bremst einer dieser Minivans mit quietschenden Reifen direkt neben mir.</p>



<p>Die Türen fliegen auf.<br>Stark gebräunte, muskulöse Körper poltern heraus.<br>Weiße Zinknasen, breites Lachen, High-Fives.<br>Ein Gemisch aus Englisch, Schweizerdeutsch und Deutsch füllt die Luft.</p>



<p><strong>„Na, Irenchen? Wie war die Session heute?“</strong><br>Max steht vor mir. Ich erkenne ihn sofort. Wir sind noch über Facebook in Kontakt.</p>



<p>Ich erinnere mich: Max, der Sunnyboy aus dem Surfcamp.<br>Damals zehn Jahre jünger, noch kein Familienvater, aber total&nbsp;<em>stoked</em>&nbsp;vom Surfurlaub der Fortgeschrittenen –<br>den&nbsp;<em>Bad Boys</em>, die um drei oder vier Uhr morgens aufstanden, um die besten Wellen zu reiten.<br>Bali war für sie: Wellen. Bett. Clubs. Wieder Wellen.<br>Die Insel selbst? Randnotiz.</p>



<p>Ich fand das damals irritierend.<br>Heute kann ich es verstehen.<br>Mein Leben, vor dem Einzug meiner Trauer, war auch eher einseitig.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Ich muss …“<br>Ich versuche, Max zur Seite zu schieben, aber sein Kumpel Thomas legt spielerisch den Arm um meine Schultern. Max schnappt sich mein Surfbrett, und zusammen ziehen sie mich die letzten Meter zurück ins Camp.</p>



<p><strong>„Unser Trip war heute wieder so krass. Die Wellen waren fünf Meter hoch! Wahnsinn!“</strong><br>Max quasselt, als hätte er meine Trauer persönlich getroffen.</p>



<p>Ich versuche noch, einen letzten Blick auf Dan zu erhaschen. Seine Uhr blitzt, dann verschwindet sein gelbes T-Shirt um die Ecke der Jalan Camplung.</p>



<p>Heute Abend werde ich Dan wiedersehen – äh … zum ersten Mal sehen, meine ich.</p>



<p>Diese überkreuzten Zeitlinien und meine völlig konträren Gefühle zwischen&nbsp;<em>jetzt</em>&nbsp;und&nbsp;<em>damals</em> verwirren mich.</p>



<p><strong>„Scheiße!“,</strong>&nbsp;entfährt es mir.</p>



<p><strong>„Macht nichts, morgen wird es besser.“</strong><br>Max legt unsere beiden Surfbretter ab und paddelt in der Luft.<br><strong>„Du musst nur pushen – so und so!“</strong></p>



<p>Max hat sich selbst nie zu ernst genommen. Das hat mich schon damals zum Lachen gebracht.<br>Und auch jetzt. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass ich aus vollem Herzen lache.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>In meinem&nbsp;<em>Unten</em> haben diese Muskeln bisher nur geweint.</p>



<p>Nachdem ich mich in der spiegellosen Camp-Toilette erleichtert habe, rufen Max und Thomas mich zum Frühstück. Mein Magen knurrt. Vielleicht ist es tatsächlich Hunger. Oder habe ich einen Bali belle? Ich folge ihrer Einladung.</p>



<p>Vielleicht finde ich ja raus,<br>was hier läuft,<br>wenn ich einfach das tue,<br>was ich damals getan habe.</p>



<p><em>In mich gehen</em> verschiebe ich auf später – und setze mich an den langen Community-Tisch neben dem Pool.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Max und Thomas reden noch immer über ihren „krassen“ Morgen. Ich erzähle lieber von meinem Wipe-out,<br>statt ihnen zu sagen, dass ich mich eigentlich im falschen Jahr befinde und zurzeit träume.</p>



<p><strong>„Krass! Das müssen wir feiern! Partey!“</strong><br>Max hebt seinen Papayasaft,<br>ich stoße mit ihm an.<br><strong>„Partey!“</strong>&nbsp;– ich lache.<br>So ungefähr war das auch die letzte Party, auf der ich je war.<br>Meine Begeisterung für Partys ist mit der Zeit verschwunden –<br>wie auch meine Freundschaft zu Max und Thomas.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Im Gegensatz zu dem Moment, als meine Trauer vor der Tür stand und ich nicht wusste, was passieren würde, wenn ich sie reinließ – weiß ich jetzt ganz genau, wie dieser Abend verlaufen wird.</p>



<p>Mein Herz hüpft vor Aufregung.<br>Ein Reflex, der sich bei Dan nie verloren hat.</p>



<p>Diese Nacht – unser Kennenlernen – gleicht einer romantischen Komödie: Ein Blick &#8211; es war alles gesagt. Ein Kuss &#8211; es war alles klar. Strömender tropischer Regen. Hach!<br></p>



<p><strong>Verdammter Magen!</strong><br>Wann hört das endlich auf?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Party? I know good place. Secret Club!“</strong><br>Meine Gedanken werden durch Claudia und Jack unterbrochen. Sie setzen sich zu uns. Jack senkt verschwörerisch die Stimme – und mir fällt in diesem Moment wieder die Pointe des Witzes ein.</p>



<p><strong>„My bed!“</strong><br>rufen wir alle im Chor.<br>Lachend prosten wir uns zu.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>In mir spüre ich ein leises Sehnen –<br>nach dieser Lebendigkeit,<br>die diese erste Reise<br>und all diese Menschen<br>in mein Leben gebracht haben.</p>



<p>Wie sehr sich mein Leben seither verändert hat. Besonders in den Monaten meines&nbsp;<em>Unten</em>.</p>



<p>Kann ich nicht einfach hierbleiben?<br>Dreißig sein.<br>Nochmal.<br>?* <br><br>Teil 3 aus der Mai 2025-Reihe „Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>Nächster Teil:&nbsp;<strong>Angst.</strong></p>



<p><br>*Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220; <br><br>Folge mir auch gerne auf Instagram unter <a href="https://www.instagram.com/irene_kasapis/">@irene_kasapis</a>. Danke.<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2025/05/13/zwischen-zinkpaste-und-papayasaft-die-rueckkehr-der-freude/">Zwischen Zinkpaste und Papayasaft: Die Rückkehr der Freude</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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		<title>Mut, zurückzuschauen</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/05/09/mut-zurueckzuschauen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ich denke gerne an die guten alten Zeiten.“Meine Trauer nimmt mir das Buch aus der Hand und blättert selbst noch einmal über die vollgeschriebenen Seiten. „Gute alte Zeiten?“Ratlos sehe ich sie an.Was soll bitte an Chaos, Dreck, ständigem Gequassel und Gedankenlesen durch meine Trauer gut gewesen sein? „Ich glaube, du erinnerst dich falsch.“ „Wie kann...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Ich denke gerne an die guten alten Zeiten.“<br>Meine Trauer nimmt mir das Buch aus der Hand und blättert selbst noch einmal über die vollgeschriebenen Seiten.</p>



<p>„Gute alte Zeiten?“<br>Ratlos sehe ich sie an.<br>Was soll bitte an Chaos, Dreck, ständigem Gequassel und Gedankenlesen durch meine Trauer gut gewesen sein?</p>



<p>„Ich glaube, du erinnerst dich falsch.“</p>



<p>„Wie kann man sich denn bitte falsch erinnern?“, frage ich.</p>



<p>Meine Trauer steht auf und beginnt, die Mitbringsel einzusammeln.<br>Dabei rieselt das feine Pulver der Zinkpaste auf meinen Teppich.</p>



<p>„Die Zinkpaste steht für das Kapitel&nbsp;<em>Mut</em>…“, fängt sie an zu erklären.<br>„Das Medizinfläschchen für das Kapitel&nbsp;<em>Sich Hilfe holen</em>&nbsp;und das Mikrofon für&nbsp;<em>Lernen, was für einen (nicht mehr) richtig ist</em>. An den Überschriften arbeite ich noch.“</p>



<p>Sie zieht kräftig an dem Kabel des Mikros, das sich mit den Fransen meines Wohnzimmerteppichs verknotet hat. Ich höre es reißen und verdrehe genervt die Augen.<br>Ich sag ja: Chaos.</p>



<p>Stolz stellt meine Trauer jetzt alles auf den Couchtisch.<br>Den Teppich räumt sie wieder in ihren Koffer und klappt den Deckel zu.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Ich check’s einfach nicht.“<br>Verzweifelt hebe ich die Arme – und lasse sie wieder sinken.</p>



<p>„Vielleicht ist es besser, wenn ich es dir zeige. Zum Beispiel im Kapitel&nbsp;<em>Mut</em>…“</p>



<p>Meine Trauer lässt sich wieder neben mir auf die Couch fallen und greift zum Lederbuch.<br>Sie schlägt das erste Kapitel auf.</p>



<p>„Du erinnerst dich nur an dieses wahnsinnig romantische Kennenlernen mit Dan auf Bali – richtig? Oder den Liebeskummer nach eurer Trennung?“</p>



<p>Sie leckt sich oberlehrerhaft die Finger und blättert Seite um Seite um.<br>Fehlt nur noch, dass sie sich eine Lesebrille auf die Nase setzt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Darum geht es also?“<br>Langsam beginne ich zu begreifen, welche Geschichten sie aufgeschrieben hat.</p>



<p>Mein Herz krampft sich vor Furcht zusammen.<br>Meine Trauer hat nicht die Highlights aufgeschrieben –<br>sondern die Lowlights meines Lebens.<br>Meine schlimmsten Verluste.</p>



<p>Doch unbeirrt fährt sie fort:<br>„Ich erinnere mich, dass du damals sehr mutig warst. Es war dein erster Langstreckenflug, dein erstes Mal in einer völlig fremden Kultur, das erste Mal nur mit einer Freundin unterwegs.<br>Wie du davor Urlaub gemacht hast, fällt mir partout nicht ein.“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Hast du mich verfolgt oder so?“</p>



<p>„Eher … oder so.“<br>Gähnend legt sie das Buch zur Seite. „Ich habe Hunger.“</p>



<p>Gleichzeitig beginnt auch mein Magen zu knurren.<br>Das perfekte Timing lässt uns lachen – und löst meine angespannte Stimmung.<br>Ich hatte ganz vergessen,<br>dass ich mit meiner Trauer auch immer jemanden zum Lachen hatte.</p>



<p>„Soll ich uns was zu essen holen?“, frage ich.</p>



<p>„Warum kochst du nicht einfach etwas – so wie früher?“</p>



<p>„Falls du dich erinnerst: Ich war nicht auf Besuch vorbereitet.“</p>



<p>Verschämt grinst sie. „Pizza?“</p>



<p>„Pizza!“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Du bist mir also bis nach Bali gefolgt?“<br>Nachdenklich klappe ich meine Pizzaschachtel zu und werfe sie auf die zwei,<br>die meine Trauer leergeputzt hat.</p>



<p>Dass ich selbst um die halbe Welt gereist bin,<br>um sie nach unserer Trennung zu finden,<br>verschweige ich.</p>



<p>Ich habe immer noch gemischte Gefühle über ihren Besuch.<br>Klar, ich freue mich, nicht mehr allein essen zu müssen –<br>aber dass sie diese ganzen alten Geschichten wieder hochbringt?<br>Ich weiß ja nicht.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Ich bin dir nicht nach Bali gefolgt.<br>Ich war dabei.“<br>Meine Trauer streichelt sich selig den vollen Bauch.</p>



<p>„Ich habe dich nie irgendwo gesehen!“</p>



<p>„Das konntest du auch gar nicht. Ich bin ja unsichtbar.“</p>



<p>„Hä? Du sitzt doch jetzt neben mir!“<br>Ich kneife sie in den Oberarm.</p>



<p>„Aua!“ Sie schlägt meine Hand weg.</p>



<p>„Ich verstehe das einfach nicht. Erst sagst du, du warst dabei, dann sagst du, du bist unsichtbar – und doch sehe ich dich jetzt hier sitzen. Was denn nun?“</p>



<p>„Ach Irene, ich sehe schon: Wir müssen gemeinsam zurückreisen.“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Ich kann nirgendwohin reisen zurzeit.<br>Mir geht’s nicht so gut.“</p>



<p>„Für unsere Reisen müssen wir das Haus gar nicht verlassen.<br>Da kommt die Magie ins Spiel, die ich dir versprochen habe.“<br>Sie klopft auf meine Couch.<br>„Wir bleiben genau hier.“</p>



<p>„Aha.“<br>Ich verschränke die Arme vor der Brust.</p>



<p>„Keine Sorge. Ich verspreche dir, dass wir gemeinsam alles klären können.“</p>



<p>„Was gibt es denn da zu klären?“</p>



<p>„Dass du deine Vergangenheit endlich mit anderen Augen siehst!“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Mhmm.“<br>Irgendwie bin ich jetzt doch neugierig geworden.<br>Vielleicht war es ja tatsächlich mutig von mir,<br>damals meine gewohnte Umgebung zu verlassen.</p>



<p>„Geht’s dann gleich los?“</p>



<p>Meine Trauer hält die Hand hoch:<br>„Stopp! Nicht so hastig. Du hast es immer so schrecklich eilig!<br>Lass uns alles morgen klären – ich bin hundemüde.“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Und dann erklärst du mir auch, wo du auf Bali die ganze Zeit gewesen bist?“<br>Ich räume die Pizzaschachteln und gebrauchten Teetassen weg.</p>



<p>Die ganze Aufregung über den Besuch meiner Trauer<br>hat mich jetzt doch auch müde gemacht.</p>



<p>„Sicher, sicher.“<br>Ihr fallen schon die Augen zu.<br>Im Halbschlaf nuschelt sie:<br>„Wie heißt das Zauberwort?“</p>



<p>„Ähm … Bitte?“<br>Ich werfe ihr das Sofakissen auf den Bauch,<br>das ich vorhin auf den Boden geschmissen habe.</p>



<p>„Ouch. Nein!&nbsp;<em>Pelan-pelan.</em>“<br>Meine Trauer beginnt leise zu schnarchen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Ich greife, wie jeden Abend, nach dem Buch neben meinem Bett.<br>Ich brauche dieses Ritual zum Einschlafen.<br>Und heute ganz besonders.</p>



<p>Ich habe einen Gast auf meiner Couch.<br>Einen Gast, der nicht weiß,<br>dass ich ihm etwas sehr Wichtiges über unsere Beziehung verschweige.</p>



<p>Wann ist ein guter Zeitpunkt,<br>jemandem zu sagen,<br>dass man ihn unter den Teppich gekehrt hat?</p>



<p>Sicher nicht jetzt – oder?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>War ich damals wirklich so mutig, wie sie sagt?</p>



<p>Hat sie mit irgendeinem Wort erwähnt,<br>wie lange sie bleibt?</p>



<p>Und was, bitte, bedeutet&nbsp;<em>Pelan-pelan</em>?</p>



<p>Genervt lege ich das Buch wieder zur Seite.<br><em>Pelan-pelan</em>&nbsp;–<br>es geistert wie ein Ohrwurm durch meinen Kopf.</p>



<p><em>Pelan-pelan.</em><br><em>Pelan-pelan.</em>*<br><br><br></p>



<p>Teil 2 aus der Mai 2025-Reihe „Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>Nächster Teil:&nbsp;<strong>Freude.</strong></p>



<p><br>*Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220;<br><br>Folge mir auch gerne auf Instagram unter <a href="https://www.instagram.com/irene_kasapis/">@irene_kasapis</a>. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Anruf von der Wut</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2025/05/06/ein-anruf-von-der-wut/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ist für dich.“Meine Trauer hält mir ihr Handy hin. „Ich kann doch so nicht telefonieren!“Ich wische mir den Rotz mit dem Ärmel meines Hoodies ab. „Vertrau mir einfach – okay?“ „Hallo?“, krächze ich in den Hörer.Mein Hals ist ganz rau.Die Buchstaben all des Unaussprechlichen hatten sich während meiner Erzählung vom Tag der Weißen Tür durch...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Ist für dich.“</strong><br>Meine Trauer hält mir ihr Handy hin.</p>



<p>„Ich kann doch so nicht telefonieren!“<br>Ich wische mir den Rotz mit dem Ärmel meines Hoodies ab.</p>



<p>„Vertrau mir einfach – okay?“</p>



<p>„Hallo?“, krächze ich in den Hörer.<br>Mein Hals ist ganz rau.<br>Die Buchstaben all des Unaussprechlichen hatten sich während meiner Erzählung vom Tag der Weißen Tür durch meinen Hals herausgedrängt.<br>Alles, was von ihnen übrig ist, ist ein Aschehaufen auf meinem Designer-Teppich –<br>als hätte ich hundert Zigaretten geraucht und die Asche einfach fallen lassen.<br>Irgh.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Durch den Hörer ertönt eine ohrenbetäubende Hupe.<br>Schnell halte ich ihn weg von meinem Ohr.<br>Was soll das denn bitte?</p>



<p>Ich höre eine Stimme meinen Namen rufen und drücke das Handy wieder ans Ohr.<br>Stimmengewirr. Lauter Straßenverkehr im Hintergrund.<br>Dann – glasklar – eine Stimme:</p>



<p><strong>„Hi Irene! Schön, dass wir uns mal sprechen.“</strong><br>Die Stimme ist fest, klar und betont jede Silbe wie ein gut ausgebildeter Schauspieler.</p>



<p>„Ähm … mit wem spreche ich bitte?“, frage ich zögerlich.</p>



<p><strong>„Mit der Wut!“</strong></p>



<p>Ich bin sprachlos.<br>Wut kenne ich eigentlich nur laut und aggressiv –<br>so wie diese Hupe eben.<br>Aber sicher nicht mit so einer gut artikulierten Aussprache.<br>Erstaunlich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich wollte mich eigentlich nur mal vorstellen.<br>Nachdem, was deine Trauer mir erzählt hat, passt das gerade ganz gut. Höhö.“</strong></p>



<p>Ich höre, wie die Wut etwas durch einen Strohhalm schlürft.<br>Ein leichter Wind lässt die Leitung zwischen uns wackeln.</p>



<p>„Okay?“, stammle ich.<br>Ich spreche mit der Wut? Hallo? Geht’s noch?<br>Allerdings sollte es mich nicht wundern – immerhin lebe ich mit meiner Trauer unter einem Dach.<br>Aber die Wut?<br>Was kommt als Nächstes?<br>Post vom Neid?<br>Ein Antrag von der Scham?<br>Eine Einladung von der Verlegenheit?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Im Hintergrund quietschen Reifen.<br><strong>„Watch it! Motherfucker!“</strong><br>Die Stimme schnellt zwei Oktaven höher.<br>Ich bekomme einen undeutlichen Meinungsaustausch mit –<br>weitere englische Schimpfwörter inklusive.</p>



<p>„Äh … alles klar bei dir?“</p>



<p><strong>„Jetzt, ja!“</strong><br>Die Wut lacht fröhlich.<br>„Die Taxifahrer sind ziemlich aggro hier.<br>Meine Regel lautet: Einmal angehupt – gleich zurückschreien. Höhö.“<br>Sie schlürft wieder seelenruhig durch ihren Strohhalm.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Wo ist ‚hier‘?“<br>So langsam bekomme ich auch Durst.</p>



<p><strong>„New York!“</strong><br>Die Wut singt es –<br>wie Alicia Keys in ihrem Lied über die Stadt, die niemals schläft.</p>



<p>„Ich war noch niemals in New York“, antworte ich wie Udo Jürgens –<br>und muss grinsen.</p>



<p><strong>„Ich liebe New York. Ich blühe hier so richtig auf!“</strong></p>



<p>„Aha.“<br>Manchmal wünschte ich, mir würden spontan geistreichere Antworten einfallen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>„Zurück zu dir.“<br>Hallende Schritte im Hintergrund.<br>Das Stimmengewirr und der Straßenlärm verstummen.</p>



<p><strong>„Ich gebe dir hiermit die offizielle Erlaubnis, wütend zu sein!“</strong></p>



<p>„Aber, aber …“, stammle ich,<br>„… das geht doch nicht. Wütende Frauen sind Furien!“</p>



<p><strong>„Woher hast du den Quatsch?“</strong></p>



<p>„Die Gesellschaft?“</p>



<p><strong>„Gesellschaft, Zitronensaft!“</strong></p>



<p>Sind eigentlich alle außer mir in eine Reimschule gegangen?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Ich gebe dir hiermit die offizielle Erlaubnis, wütend zu sein!“</strong>,<br>wiederholt die Wut.</p>



<p>„Du, nee, ich weiß nicht.<br>Ich hab früher schon alles ausprobiert –<br>und nichts, wirklich nichts hat geholfen!<br>Weder die Vergebung, die ich mit Nuria bis zum Erbrechen geübt habe – Hoʻoponopono oder wie das hieß –<br>noch Yoga gegen Wut oder Mantren singen.“</p>



<p><strong>„Früher, schmüher!“</strong><br>Die Wut war offensichtlich nicht Klassenbeste in der Reimschule gewesen.<br>Ich muss mir ein Lachen verkneifen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>„Lass die Wut einfach raus!“</strong>, fährt sie fort.<br><strong>„Schlag auf ein Kissen.<br>Schrei in ein Kissen.<br>Male.<br>Tanze.<br>Aber bitte, bitte –<br>friss deine Wut nicht mehr in dich rein!“</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Ich höre das Rattern und Klappern eines einfahrenden Zugs.</p>



<p><strong>„Hast du verstanden?“</strong>, ruft die Wut ungeduldig in den Hörer.</p>



<p>„Ja!“, schreie ich zurück, um den Lärm zu übertönen.</p>



<p><strong>„Komm mich doch mal besuchen!“</strong>, ruft sie –<br>dann ist die Leitung tot.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Verblüfft sehe ich auf den Handybildschirm.<br>„Das war jetzt mal krass“, murmele ich.</p>



<p>Ich gehe in die Anrufliste,<br>um zu schauen, ob dieses Gespräch mit der Wut wirklich stattgefunden hat.</p>



<p>Tatsächlich:<br>Die Nummer&nbsp;<strong>988</strong>&nbsp;steht ganz oben –<br>ein eingehender Anruf über das Handy meiner Trauer.<br>Ohne Vorwahl.</p>



<p>Mich wundert gar nichts mehr.<br>Fast gar nichts.*</p>



<p></p>



<p>Teil 1 aus der Mai 2025-Reihe „Was ich durch meine Trauer fühlen lernte“.<br>Nächster Teil:&nbsp;<strong>Mut.</strong></p>



<p><br>*Der Text ist ein Auszug aus meinem Buch &#8222;Gespräche mit meiner Trauer&#8220;</p>



<p>Folge mir auch gerne auf Instagram unter <a href="https://www.instagram.com/irene_kasapis/">@irene_kasapis</a>. Danke.<br></p>
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		<title>Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe A</title>
		<link>https://irenekasapis.de/2024/06/27/das-trauer-abc-buchstabe-a/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 11:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Achtsamkeit hilft mir, meine Gedanken zu sortieren – Sorgen, Planungen, Überlegungen. Wie offene Tabs im Browser, die ich schließe, um im Moment anzukommen: durch den Atem.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/27/das-trauer-abc-buchstabe-a/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe A</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Achtsamkeit: So sortierst du deine Gedanken und Gefühle</h3>



<p><strong>Achtsamkeit hilft mir, meine Gedanken zu ordnen – Sorgen, Planungen, Überlegungen.</strong>&nbsp;Wie offene Tabs im Browser, die ich schließe, um im Moment anzukommen: durch den Atem.</p>



<p>In der Achtsamkeit darf ich einfach sein, so wie ich bin. Ein Freitag aus dem achtwöchigen Kurs bei der Münchner Volkshochschule blieb mir besonders in Erinnerung: Ich bekam meine Tage und legte mich einfach auf eine Yogamatte statt auf einen Stuhl. Genau das, was mein Körper brauchte.</p>



<p>Eine Frage aus dem Kurs beschäftigt mich noch immer:&nbsp;<strong>Was bringt mir Achtsamkeit, wenn mein Gegenüber kein Interesse daran hat?</strong>&nbsp;Die Kursleitung sagte, jemand muss anfangen – in dem Fall wir, die Teilnehmer.</p>



<p>Ich lernte, dass mein Kopf 100 Mal schneller ist als mein Körper und dass das Stress erzeugt.</p>



<p><strong>Auch Gefühle dürfen sein, wie sie sind.</strong>&nbsp;Nichts wird wegoptimiert. Das war eine riesige Befreiung für mich, die aus der Selbstoptimierungswelt kommt.&nbsp;<strong>Pausen sind wichtig.</strong>&nbsp;Mein absolutes Highlight aus dem Kurs: eine Meditation zum Umgang mit schwierigen Gefühlen. Sie annehmen und dann loslassen. Wut, Ärger oder Trauer drücke ich nun gedanklich an mich, wie ein Sofakissen und lasse sie dann liebevoll gehen.</p>



<p><strong>Meine Gedanken zuzuhören, wirklich zuzuhören, war ziemlich beängstigend für mich.</strong>&nbsp;Ich musste jede Stunde meinen Mut zusammenkratzen und mir dieses Geschnatter anhören. Denn ich habe Mitbewohner in meinem Kopf identifiziert, die ich nie – zumindest nicht bewusst – eingeladen habe. Der Vorhang geht auf für die innere Kritikerin – sie sagt, ich sei nicht gut genug. Dann kommt das &#8222;Drama&#8220; – alles schaukelt sich zu den wildesten Problemen hoch. Ich bin immer noch am Lernen zuzuhören und mit diesen zwei Hauptfiguren in meinem Kopf sanft umzugehen und wenn sie mir zu laut werden, dann schicke ich sie ins Aus.</p>



<p><strong>Wie gehst du mit deinen Gedanken und Gefühlen um?</strong>&nbsp;Erzähle mir davon in den Kommentaren! 👇</p>
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		<title>Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe C</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jun 2024 10:35:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon in meiner Kindheit kamen Mineralien in mein Leben. Meine Mutter und meine Oma besuchten oft die Mineralienmesse in München, um ihre Sammlung zu erweitern. Diese Sammlung wuchs über die Jahre enorm an und als ich sie Jahrzehnte später auf eBay verkaufte, war das Porto nicht gerade billig! </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/23/das-trauer-abc-buchstabe-c/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe C</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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<p><strong>Mineralien: Eine Reise von Kindheitserinnerungen zu heilenden Kräften</strong></p>



<p>Schon in meiner Kindheit kamen Mineralien in mein Leben. Meine Mutter und meine Oma besuchten oft die Mineralienmesse in München, um ihre Sammlung zu erweitern. Diese Sammlung wuchs über die Jahre enorm an und als ich sie Jahrzehnte später auf eBay verkaufte, war das Porto nicht gerade billig! </p>



<p><strong>Heilende Kräfte von Mineralien</strong></p>



<p>Meine Mutter trug immer einen Stein in ihrer Manteltasche, den sie “Handschmeichler” nannte. Angeblich haben Mineralien heilende Kräfte. Ihr Lieblingsstein &#8211; ein Onyx &#8211; soll Ruhe und Entspannung fördern. Ob meine Mutter das wusste, ist unklar, aber wenn ich ihren Onyx in meiner Hand halte und spüre, wie er von kühl zu warm wird, fühle ich mich tatsächlich etwas ruhiger. </p>



<p><strong>Mineralien und persönliche Erinnerungen</strong></p>



<p>Ob diese Steine wirklich Heilkräfte haben, muss jeder selbst entscheiden. Für mich ist es ein Trost in meiner Trauer und eine schöne Erinnerung an meine Mutter. ❤️</p>



<p>Habt ihr auch besondere Steine oder Erinnerungsstücke, die euch Kraft geben? Erzählt es mir in den Kommentaren! </p>
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		<title>Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe G</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 10:34:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bewerbungsprozess: Geduld, Frustration und Hoffnung<br />
Ich bewerbe mich ja aktuell sehr heftig. Neulich mal nachgezählt, 30 Bewerbungen mittlerweile &#038; 30 Neins oder auch gar keine Antwort. Dieser ganzer Prozess macht etwas mit mir. Er lässt mich zweifeln, meistens an mir selbst und ich darf lernen geduldig zu sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/22/das-trauer-abc-buchstabe-g/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe G</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich bewerbe mich ja aktuell sehr heftig. Neulich mal nachgezählt, 30 Bewerbungen mittlerweile &amp; 30 Neins oder auch gar keine Antwort. Dieser ganzer Prozess macht etwas mit mir. Er lässt mich zweifeln, meistens an mir selbst und ich darf lernen geduldig zu sein. </p>



<p>Für mich sieht Geduld aus wie der höchste Ton in meinem Lieblingslied:<br>o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o <br>In den Zwischenräumen zwischen den einzelnen O‘s ist ganz viel Platz für alle Gefühle, die so ein Prozess mit sich bringt. Von Frustration bis Hoffnung. Irgendwann flattert hoffentlich ein Ja in mein Postfach und dann beginnt ein neuer Prozess. </p>



<p>Anselm Pahnke sagt in seinem Film „Anderswo. Allein in Afrika“ einmal, dass wir alle gewohnt sind, dass Leben in großen Schritten zu leben (Studium, Karriere, Hochzeit) und dass er das Leben lieber in kleinen Schritten leben möchte.&nbsp;</p>



<p>Das hat mich sehr berührt und ich glaube dass sich daraus auch viel über die Trauer lernen kann. Schritt für Schritt. Tag für Tag. Atemzug um Atemzug. Jeden Tag aufs Neue. Ich sag’s noch mal (mehr auch um mich daran zu erinnern, als hier irgendwas zu predigen) das Leben, mein Leben ist Geschenk.&nbsp;</p>



<p>Was ist dein G im&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/explore/tags/trauerabc/">#trauerabc</a>? Wie habt ihr euch durch schwierige Zeiten der Geduld gekämpft? Welche Strategien oder Rituale haben euch geholfen, durch Herausforderungen wie Bewerbungsprozesse oder andere Lebensphasen zu navigieren? Teilt gerne eure Tipps und Erfahrungen! 💬✨</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/22/das-trauer-abc-buchstabe-g/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe G</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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		<title>Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe L</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2024 10:56:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer ABC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lesen ist meine liebste Freizeitbeschäftigung. Ich liebe es, in Geschichten abzutauchen und dabei etwas über mich zu lernen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist "Das Buch der Trauer" von Jorge Bucay. Dieses Buch ist eine große Empfehlung von mir. Bucay schreibt wunderbar über die vielen Facetten der Trauer und hat mir Hoffnung geschenkt: Ein Leben mit Trauer ist möglich und nötig. Trauern bedeutet immer auch, sich von einem Stück von sich selbst, einer Lebensvorstellung, die man von seinem Leben hatte, zu verabschieden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/16/das-trauer-abc-buchstabe-l/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe L</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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<p><strong>Lesen als Lieblingsfreizeitbeschäftigung: Eine Reise zu mir selbst</strong></p>



<p>Lesen ist meine liebste Freizeitbeschäftigung. Ich liebe es, in Geschichten abzutauchen und dabei etwas über mich zu lernen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist &#8222;Das Buch der Trauer&#8220; von Jorge Bucay. Dieses Buch ist eine große Empfehlung von mir. Bucay schreibt wunderbar über die vielen Facetten der Trauer und hat mir Hoffnung geschenkt: Ein Leben mit Trauer ist möglich und nötig. Trauern bedeutet immer auch, sich von einem Stück von sich selbst, einer Lebensvorstellung, die man von seinem Leben hatte, zu verabschieden.</p>



<p>Was ich noch nie gelesen habe, ist die Geschichte von einem Mädchen, das in ihrer frühen Jugend ihre Mutter an Krebs verloren hat und durch die Beschäftigung mit ihrer Trauer sich selbst gefunden hat. Zumindest die heutige Version von ihr, wer weiß schon, was in zehn oder zwanzig Jahren ist? Also musste ich diese Art von Geschichte selbst schreiben. In meinem Buch geht es darum, wie meine Trauer mich nach Bali und zu einer Schwimmstunde mit Delfinen geführt hat und warum wir uns lieber auf meiner Couch zum Tee trinken treffen.</p>



<p>Dieses Buch zu schreiben war ein wesentlicher Teil meines Trauerprozesses und hat mir geholfen, den Schmerz um den Tod meiner Mutter zu verarbeiten. Die Trauer ist dadurch ein Freund geworden. Es ist kein &#8222;How-To&#8220;-Buch geworden, sondern führt hoffentlich die Leser*innen auf eine Reise zu sich selbst. Auch ich möchte Hoffnung spenden, indem ich zeige, dass eine gesunde Beziehung zur Trauer möglich ist. Ob und wann dieses Buch erscheinen wird, liegt momentan in den Händen von Verlagen und Literaturagenten.</p>



<p>Für den Moment schicke ich ein großes Dankeschön an alle Leserinnen hier auf meinem Kanal und an meine zukünftigen Buchleserinnen. 🌸</p>



<p><strong>Welche Bücher haben euch durch schwere Zeiten geholfen oder euch Hoffnung geschenkt?</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2024/06/16/das-trauer-abc-buchstabe-l/">Das Trauer ABC &#8211; Buchstabe L</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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