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	<title>Trauer-Archiv - Irene Kasapis</title>
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	<title>Trauer-Archiv - Irene Kasapis</title>
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		<title>Ich telefoniere mit meiner Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 14:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie klingt glücklich. Im Hintergrund rauscht das Meer.&#160;„Wo bist du gerade?“ frage ich sie. Seit ich von Bali zurück gekommen bin, haben wir nicht mehr täglich Kontakt.&#160;„Am Meer, Irene. Hörst du das nicht?“ ich vermute, dass sie den Hörer in die Brandung hält, denn das Rauschen wird noch lauter.&#160; „Wie fühlst du dich?“ jetzt höre...</p>
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<p>Sie klingt glücklich. Im Hintergrund rauscht das Meer.&nbsp;<br>„Wo bist du gerade?“ frage ich sie. Seit ich von Bali zurück gekommen bin, haben wir nicht mehr täglich Kontakt.&nbsp;<br>„Am Meer, Irene. Hörst du das nicht?“ ich vermute, dass sie den Hörer in die Brandung hält, denn das Rauschen wird noch lauter.&nbsp;<br><br>„Wie fühlst du dich?“ jetzt höre ich wieder die klare und vertraute Stimme meiner Trauer. „Einsam. Meine Wohnung ist so leer ohne dich…&#8220;<br>„Hmmm.“ antwortet meine Trauer voller Mitgefühl.&nbsp;<br>Eine Pause entsteht. Im Hintergrund öffnet und schließt sich eine Tür. Etwas poltert, ich stelle mir vor, dass meine Trauer ihre FlipFlops von den Füßen kickt. Vor mich hinlächelnd, denke ich, dass ich dieses Chaos vermisse.</p>



<p>„Bist du eigentlich alleine unterwegs?“ frage ich ein wenig eifersüchtig.&nbsp;<br>„Ne. Wir sind eine ganze Gruppe: Angst, Schock, Hilflosigkeit, Betäubung, Wut, Sehnsucht, Kummer, Schuldgefühl, Verzweiflung, Aggression, Freude, Zorn, Befreiung, Gleichgültigkeit, Selbstmitleid, Einsamkeit, Hass, Liebe, Leere, Dankbarkeit und Schmerz. Wir haben eine ganzes Haus zusammen gemietet -mit eigenem Pool.“&nbsp;<br>„Ah, toll.“ antworte ich lahm.&nbsp;<br>„Ich weiß. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich habe meine Community gefunden.<br>Wie sieht es denn damit bei dir aus?“&nbsp;<br>„Weiß nicht.“ ich zucke mit den Schultern.<br><br>„Du kannst nicht den Rest deines Lebens nur mit mir verbringen, das weißt du &#8211; oder?“ „Ja klar. Und gleichzeitig ist es noch gar nicht so lange her, dass wir uns verabschiedet haben. Und unser Buch schreib ich auch noch.“&nbsp;<br>Wieder öffnet sich eine Tür im Hintergrund und plötzlich ist eine andere Stimme am Telefon: „Hey Irene, dein Leben hier. Vergiss mich nicht.“ Wieder Stimmengewirr, wieder meine Trauer am Telefon:&nbsp;<br>„Sorry. Dem Leben scheint unsere Reise zu Kopf gestiegen zu sein. Es denkt, er ist der Chef hier, weil es das Haus und die ganze Reise organisiert hat.“&nbsp;<br><br>„Verstehe. Aber das Leben hat Recht. Ich muß jetzt auflegen.“ Ich beende das Gespräch und schnappe mir meine Schuhe. Die Tür schon in der Hand, piepst nochmal mein Handy:&#8220;Viel Erfolg mit unserem Buch.&#8220; Lächelnd verlasse ich meine Wohnung und gehe leben.</p>
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		<title>Mit meiner Trauer unter Palmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 13:55:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Trauer ist stinkwütend auf mich und schmeisst ihre auf Bali gekaufte Umhängetasche in die Ecke unseres Hotelzimmers. &#8222;Irene, das geht so nicht. Du kannst mich nicht immer verstecken, wenn du mit anderen Menschen zusammen bist. Ich brauche Luft, ich muss atmen können.&#8220;&#160; Auch ich bin wütend auf meine Trauer: &#8222;Es tut mir leid &#8211;...</p>
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<p>Meine Trauer ist stinkwütend auf mich und schmeisst ihre auf Bali gekaufte Umhängetasche in die Ecke unseres Hotelzimmers. &#8222;Irene, das geht so nicht. Du kannst mich nicht immer verstecken, wenn du mit anderen Menschen zusammen bist. Ich brauche Luft, ich muss atmen können.&#8220;&nbsp;<br><br>Auch ich bin wütend auf meine Trauer: &#8222;Es tut mir leid &#8211; okay! Es ist sehr schwierig für mich anderen Menschen, die sich gerade begeistert über Bali, Yoga, die Natur und das Essen unterhalten, zu erzählen, dass meine Trauer mit mir nach Bali gereist ist. Ich habe immer das Gefühl denen damit den Urlaub zu verderben. Ausserdem dachte ich, dass auch ich mal eine Woche ohne dich verdient habe.&#8220;&nbsp;<br><br>Meine Trauer starrt mich fassungslos an: &#8222;Irene, du checkst es immer noch nicht &#8211; oder?&#8220;&nbsp;<br><br>Ich schüttele den Kopf und setzte mich erstmal auf mein frisch bezogenes Hotelbett. Ich bin müde und noch total durcheinander von der langen Fahrt vom Norden in Bali nach Ubud und will nur noch schlafen. Ich ziehe meine Sandalen aus und merke dabei, wie still es im Zimmer geworden ist. Meine Trauer sitzt ebenfalls, allerdings in der Lounge Ecke meines Zimmers. Sie starrt aus dem Fenster, vor dem sich Palmen sanft im Wind wiegen. &#8222;Ich wollte dir jetzt eigentlich voll den Marsch blasen&#8220;, fängt sie an, nimmt sich ein schönes Batik Kissen und drückt es sich auf den Bauch &#8222;Du weißt schon, das was ich dir immer sage, dass ich zu dir gehöre und du über mich reden musst. Nach der letzten Woche, sehe aber auch ich, das ein bisschen differenzierter. Du brauchst einen save space &#8211; richtig? Menschen von denen du weißt, dass sie dir mehr helfen, wenn sie nur mit dir sitzen und zu hören, als Menschen die mit schlauen Sprüchen um sich werfen &#8211; richtig?&#8220; Ich nicke: &#8222;Ich hätte das sicher auch einfordern können, war aber ich war einfach dauer müde, weil ich in meinem nicht-klimatisierten Zimmer nachts nicht schlafen konnte.&#8220;&nbsp;<br><br>&#8222;Ich weiß&#8220; antwortet meine Trauer. &#8222;Lass uns heute den Tag zusammen am Pool verbringen und dann sehen wir weiter &#8211; okay?&#8220; &#8222;Okay.&#8220; Ich umarme meine Trauer noch und packe dann meine Tasche.</p>
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		<title>&#8222;Was ist ein Tabu?&#8220; frägt mich meine Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 13:48:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Hatschi.&#8220;&#160;&#8222;Gesundheit.&#8220; meine Trauer reicht mir das nächste Taschentuch.&#160;&#8222;Danke. Ich habe mich schon gewundert, wann ich mal dran bin. Drei Jahre war ich jetzt nicht krank und jetzt liege ich flach. Ich bin froh, dass du bei mir bist.&#8220; mit einem dicken Kopf sprechen, fällt mir heute schwer.&#160; &#8222;HmHm.&#8220; antwortet meine Trauer und zählt die verbleibenden...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2023/10/08/was-ist-ein-tabu-fraegt-mich-meine-trauer/">&#8222;Was ist ein Tabu?&#8220; frägt mich meine Trauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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<p>&#8222;Hatschi.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Gesundheit.&#8220; meine Trauer reicht mir das nächste Taschentuch.&nbsp;<br>&#8222;Danke. Ich habe mich schon gewundert, wann ich mal dran bin. Drei Jahre war ich jetzt nicht krank und jetzt liege ich flach. Ich bin froh, dass du bei mir bist.&#8220; mit einem dicken Kopf sprechen, fällt mir heute schwer.&nbsp;<br><br>&#8222;HmHm.&#8220; antwortet meine Trauer und zählt die verbleibenden Taschentücher: &#8222;Deine Taschentücher neigen sich dem Ende zu.&#8220; &#8222;Ich weiß&#8220; stöhne ich: &#8222;Ich habe keinen Bock einkaufen zu gehen.&#8220; &#8222;Wirst du wohl müssen.&#8220; antwortet meine Trauer trocken. &#8222;Hey, welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?&#8220; frage ich, da meine Trauer -ausnahmsweise &#8211; wenig mitfühlenden ist. &#8222;Wann wolltest du mir eigentlich erzählen, dass du unsere Gespräche jmd anderem zu lesen gegeben hast?&#8220; fragt mich meine Trauer leicht säuerlich. &#8222;Jetzt?&#8220; frage ich zögerlich. &#8222;Hmpf. Ich finde du hättest mich VORHER fragen sollen!&#8220; meine Trauer ist wirklich beleidigt, wie ich jetzt feststelle. &#8222;Du, hör mal, es tut mir leid. Aber es wird sich nichts ändern, wenn keiner über das Tabu Thema Trauer spricht.&#8220; <br><br>&#8222;Tabu?&#8220; frägt mich meine Trauer. &#8222;Was ist ein T a b u ?&#8220; &#8222;Ein Gesellschaftsspiel?&#8220; frage ich.&nbsp;<br><br>&#8222;Und im Ernst?&#8220; meine Trauer ist auf der Kippe richtig sauer zu werden. &#8222;Im Ernst&#8230;&#8220; ich suche nach Worten. &#8222;Im Ernst ist es so, dass du Angst machen kannst. Du bist unsichtbar und hast doch die Kraft ein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen &#8211; das ist verwirrend und da fehlen einem manchmal die Worte.&#8220; &#8222;Hmm.&#8220; meine Trauer überlegt: &#8222;Vielleicht ist es ja dann doch ganz okay, dass du anderen unsere Geschichten zum Lesen gibst?&#8220; <br><br>&#8222;Vielleicht.&#8220; antworte ich. &#8222;Vielleicht ist es auch so, dass wenn keiner drüber redet, sich auch nicht ändern wird, an diesem Dings, äh ich meine an diesem Tabu.&#8220; überlegt meine Trauer laut. Ich nicke nur und schnäuzte mich nochmal ausgiebig.&nbsp;<br><br>„Wenn du zum Rewe gehst, bring mir die leckeren coconut cookies mit.“ ruft meine Trauer mir noch nach, während ich mich langsam anziehe um neue Tempos zu kaufen.</p>
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		<title>Meine Trauer und ich waren im Friedhof eingeschlossen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 13:40:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit zitternden Knien, schließe ich meine Wohnungstür auf und neben mir wird meine Trauer wieder sichtbar.&#160;“Mann, wo warst du denn?” frage ich sie wütend.&#160;“Irene, du weißt doch, dass nur du mich sehen kannst.” antwortet meine Trauer ruhig.&#160; “Wirklich toll, danke!” Wütend kicke ich meine Schuhe in die Ecke und schmeiße meine Jacke auf den Boden:...</p>
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<p>Mit zitternden Knien, schließe ich meine Wohnungstür auf und neben mir wird meine Trauer wieder sichtbar.&nbsp;<br>“Mann, wo warst du denn?” frage ich sie wütend.&nbsp;<br>“Irene, du weißt doch, dass nur du mich sehen kannst.” antwortet meine Trauer ruhig.&nbsp;<br><br>“Wirklich toll, danke!” Wütend kicke ich meine Schuhe in die Ecke und schmeiße meine Jacke auf den Boden: “Ich habe mehr als zwanzig Jahre an diesem scheiß Friedhof gewohnt und noch NIE! habe ich die Öffnungszeiten übersehen und war eingeschloßen! Im Friedhof!” Meine Aufregung löst sich langsam und ich muß mich erstmal auf den Boden setzten. “Und DU! hast mir NICHT! geholfen!&#8220; fahre ich anklagend fort. &#8222;Ich mußte einen fremden Passanten bitten, dass er mir über den Zaun hilft. Mir tut alles weh.” Ich zeige meiner Trauer meine aufgeschürften Hände, die noch von der Anstrengung meinen Körper über einen 2m Holzzaun zu hieven, pochen.<br><br>Sanft nimmt meine Trauer meine Hände in ihre und pustet auf sie, so wie meine Mutter es früher gemacht hätte: “Es tut mir leid. Ich kann dir in solchen Situationen nicht helfen.&#8220;&nbsp;&#8222;Warum warst du denn eigentlich so durch den Wind, dass du überhaupt die Öffnungszeiten vergessen hast?&#8220; frägt mich meine Trauer.&nbsp;<br><br>“Ich habe das Gefühl, dass ich meine Mutter langsam vergesse.” antworte ich leise.&nbsp;<br>“Ich habe ihre Stimme vergessen, ich weiß nicht mehr in welcher Tonlage sie geredet hat, ich habe vergessen, wie es sich anfühlt, wenn sie mich umarmt. Darauf war ich nicht vorbereitet.” Ich wische mir die Tränen weg, die mir über die Wangen fliessen. “Als ich vom Grab weg ging, hatte ich das Gefühl, dass sie da steht und wenn ich mich nur schnell genug umdrehen würde, dann könnte ich sie sehen. Ich konnte sie richtig fühlen, aber nicht sehen.”&nbsp;<br><br>&#8222;Du willst immer Beweise in deinem Kopf, anstatt dich auf dein Gefühl zu verlassen.&#8220; meine Trauer schüttelt schmunzelnd ihren Kopf. &#8222;Erinnerungen verblassen, das was bleibt, ist deine Liebe. Hier!&#8220; meine Trauer deutet auf mein Herz. Deshalb dachtest du auch du konntest sie fühlen. <br><br>Das war DEINE Liebe zu ihr, die du gefühlt hast.&#8220;</p>
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		<title>Der Kumpel meiner Trauer, heißt Wut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 13:28:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Handy klingelt. Caller ID: die Wut. &#8222;Trauer, es ist für dich.&#8220; rufe ich durch die Wohnung. Meine Trauer sprintet vom Bad ins Wohnzimmer. &#8222;Hey Kumpel!&#8220; meine Trauer fängt breit zu grinsen an, als sie das Gespräch annimmt. Es folgt ein längeres Gespräch zwischen den beiden. Ich lasse die zwei unter sich sein und verziehe...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2023/10/08/der-kumpel-meiner-trauer-heisst-wut/">Der Kumpel meiner Trauer, heißt Wut</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Handy klingelt. Caller ID: die Wut. &#8222;Trauer, es ist für dich.&#8220; rufe ich durch die Wohnung. Meine Trauer sprintet vom Bad ins Wohnzimmer. &#8222;Hey Kumpel!&#8220; meine Trauer fängt breit zu grinsen an, als sie das Gespräch annimmt. Es folgt ein längeres Gespräch zwischen den beiden. Ich lasse die zwei unter sich sein und verziehe mich ins Schlafzimmer.&nbsp;</p>



<p>Nach einer halben Stunde kommt die Trauer zu mir und reicht mir mein Handy: &#8222;Die Wut will dich sprechen.&#8220; Ich schaue sie fragend an: &#8222;Mich?&#8220; Meine Trauer zuckt nur mit den Schultern und geht wieder ins Bad, wo sie sich ein Bad einlässt.&nbsp;</p>



<p>&#8222;Äh, Hallo?&#8220; sage ich ihn den Hörer.&nbsp;<br>&#8222;Hi Irene. Ich bin&#8217;s die Wut. Lange nicht mehr gehört.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Ja???? Was gibt&#8217;s?&#8220; frage ich die Wut.&nbsp;<br>&#8222;Ich habe gehört, du hattest diese Woche einen Anruf, bei denen du nicht so reagiert hast, wie du gerne wolltest?&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Welchen von den dreien, die mich aufgeregt haben, meinst Du?&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Lass uns mit dem &#8222;einfacheren&#8220; anfangen.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Hmm. Okay.&#8220; Ich überlege, welchen ich als den &#8222;einfacheren&#8220; einschätze. &#8222;Ich hab&#8217;s. Der Psychiater, der mich nach drei Wochen nach meiner Nachricht auf seinem AB zurück gerufen hat.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Okay. Das ist ein starkes Stück!&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Ich weiß. Am liebsten hätte ich zu ihm gesagt, &#8217;na, SIE trauen sich ja was JETZT noch bei mir anzurufen. In der Zwischenzeit habe ich meine Fragen zum Ausschleichen der Anti-Depressiva selber geklärt&#8216;.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Warum hast du nicht sowas in der Art gesagt?&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Tja.&#8220; Ich muss überlegen und trinke ein Schluck Tee, an dem ich mir die Zunge verbrenne.<br><br>&#8222;Scheiße.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Genau.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Nein, ich habe mir die Zunge verbannt.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Ach so.&#8220; Die Wut beginnt zu kichern.&nbsp;<br>&#8222;Um deine Frage zu beantworten: ich hatte Angst. Angst vor einer Konfrontation, Angst vor der &#8222;vermeintlichen&#8220; Respektsperson.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Hmm.&#8220; macht die Wut. &#8222;Irene, du darfst lernen, deine Wut an die Person zurück zu zugeben, die sie verursacht. Sonst landet sie, wie ein Bumerang, wieder bei dir und du bist wütend auf dich selbst. Und das ist ja nun auch shit.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Hmm. Stimmt.&#8220;&nbsp;<br><br>Im Bad höre ich einen etwa schweres auf den Boden fallen. &#8222;Ich rufe dich zurück!&#8220; rufe ich ins Handy und lege auf.&nbsp;</p>
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		<title>Meine Trauer macht eine Ansage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 13:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Trauer hat sich heute so richtig in Schale geworfen (das viele &#8218;Sex and the City&#8216; gucken, hat bei ihr wohl einen großen Eindruck hinterlassen). Die geliebten weiß-blauen Ringelsocken hat sie mit einem kirschroten Pulli und einer grasgrünen Jeans kombiniert.&#160; Aufgeregt geht meine Trauer vor mir auf und ab. Die ganze Woche hat sie etwas...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://irenekasapis.de/2023/10/08/meine-trauer-macht-eine-ansage/">Meine Trauer macht eine Ansage</a> erschien zuerst auf <a href="https://irenekasapis.de">Irene Kasapis</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Meine Trauer hat sich heute so richtig in Schale geworfen (das viele &#8218;Sex and the City&#8216; gucken, hat bei ihr wohl einen großen Eindruck hinterlassen). Die geliebten weiß-blauen Ringelsocken hat sie mit einem kirschroten Pulli und einer grasgrünen Jeans kombiniert.&nbsp;<br><br>Aufgeregt geht meine Trauer vor mir auf und ab. Die ganze Woche hat sie etwas sehr beschäftigt, das habe ich schon gespürt. „Warum so fesch heute?“ frage ich meine Trauer.&nbsp;<br>„Ich habe eine wichtige Durchsage zu machen!“ meine Trauer bleibt stehen und sieht mich an. „Schreib mit!“ Immer wenn meine Trauer so ernst wird, weiß ich, dass ich mal lieber mitschreibe. Ich hole Stift und Papier.&nbsp;</p>



<p>„Ich bin kein verdammtes schlechtes Gefühl!“ schreit meine Trauer so laut, dass ich Angst habe, dass gleich meine Nachbarn klingeln. „Schreib das bitte groß und mach dein lila Bild draus.“ Ich nicke, etwas eingeschüchtert, und warte, was sie noch zu sagen hat.&nbsp;<br>„Ich bin es leid, dass keine Socke über mich spricht! Ich bin es leid, dass sich Menschen für mich schämen. Ich bin es leid, dass ich als schlecht bezeichnet werde. Das macht mich wütend und traurig! Keiner ist irgendwie falsch wenn er trauert! Ihr wurdet alle geframed, dass Trauer irgendwie falsch ist. Bin ich aber nicht. Ich bin real. Was viele nicht verstehen ist, dass ich Freund sein kann &#8211; nicht Feind, wie allgemeine behauptet wird. Ich bin die andere Seite von Liebe. Ich kann auch nichts dafür, dass es mich gibt. Euer Fokus ist einfach ver-rückt. Zeig mir einen Menschen der nicht einmal in seinem Leben traurig war, so was gibt es doch gar nicht! Ihr redet, schreibt und postet auf meinem geliebten Instagram über so so so viel, doch über mich wird so wenig gesprochen. Das macht mich ganz krank! Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich euch an eure eigene Sterblichkeit erinnere. Alles, was ich möchte ist, dass wir miteinander reden!&#8220; <br><br>Ich nehme meine Trauer in den Arm und verspreche ihr -hoch und heilig &#8211; weiter unsere Gespräche über unsere wachsende Beziehung aufzuschreiben.</p>
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		<title>Sonntags mit meiner Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 12:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Ich hasse Sonntage.“ stöhne ich und stehe von der Couch auf und zünde mir am offenen Balkonfenster eine Zigarette an.&#160;„Du immer mit deinem Sonntagsdrama.“ meine Trauer sieht vom Laptop auf, vor dem wir beide die letzten Stunden mit &#8218;Sex and the City&#8216; gucken verbracht haben.&#160;„Ich müßte eigentlich noch Wäsche waschen, kochen, aufräumen &#8211; ach und...</p>
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<p>&#8222;Ich hasse Sonntage.“ stöhne ich und stehe von der Couch auf und zünde mir am offenen Balkonfenster eine Zigarette an.&nbsp;<br>„Du immer mit deinem Sonntagsdrama.“ meine Trauer sieht vom Laptop auf, vor dem wir beide die letzten Stunden mit &#8218;Sex and the City&#8216; gucken verbracht haben.&nbsp;<br>„Ich müßte eigentlich noch Wäsche waschen, kochen, aufräumen &#8211; ach und lauter so ein Scheiß.“ wütend blase ich den Zigaretten Rauch raus.&nbsp;<br>„Wie hieß die eine Folge bei &#8218;Sex and the City&#8216; noch gleich? ‚Coulda, Woulda, Shoulda’ ?“ meine Trauer schmeißt noch mal schnell Google an, um auch ganz sicher den Episoden Titel richtig zu sagen. Zufrieden nickt sie: &#8222;Jap. So hieß die. Von 2001. Wow!&#8220;&nbsp;</p>



<p>„Warum bist du so unruhig?“ frägt sie mich und wickelt sich meine Kaschmir Decke nochmal fester um die Schultern. Durch die offenen Balkon Tür strömt die Kälte des grauen Sonntags in die warme Wohnung.<br>„Mich erinnert der Sonntag immer an DEN Tag.“ murmle ich leise. „Wenn ich unter der Woche Termine habe, dann bin ich abgelenkt und muß nicht dauernd denken. Und dieser vermeintlicher Frieden, den ein Sonntag eigentlich haben sollte? Ich spüre den einfach nicht. Für mich fühlt sich ein Sonntag an, wie eine endlose Wiederholung von DIESEM Tag an.“&nbsp;<br><br>Meine Trauer nickt wissend. Wie immer, weiß sie von welchem Tag ich spreche. „Schau Irene&#8220; fängt sie an „Du hast dich entschieden über den Tod deiner Mutter, deine Trauer &#8211; also mich- ein Buch zu schreiben. Und jede Geschichte braucht einen Anfang. Und der Anfang unserer Geschichte ist nun mal der Tag an dem deine Mutter starb.“&nbsp;<br><br>Ich drücke die Zigarette im Aschenbecher aus und schließe die Balkontür. „Hattest du den Anfang schon geschrieben?“ frage ich meine Trauer. Sie schüttelt den Kopf: „Nein, das ist DEINE Geschichte. Ich habe den Anfang in unserem Buch freigelassen. Ich habe darauf gehofft, dass DU über DEN Tag schreibst.“&nbsp;<br>Ich nicke und gehe langsam auf meine Trauer zu und nehme ihr unser Buch aus der Hand. Ich schlage die leeren ersten Seiten auf und beginne zu schreiben.</p>



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		<title>Im Keller mit meiner Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 11:52:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Hier könntest Du auch mal aufräumen.“ bemerkt meine Trauer trocken.&#160;„Ach was!“ antworte ich genervt und stelle einen der Kartons auf einen Stapel Umzugskartons. Alles fällt um.&#160;„Ach Scheisse!“ fluche ich „Hoffentlich sind die Christbaumkugeln jetzt nicht kaputt!“ ich baue den Stapel wieder auf und schaue in die Kiste mit den Kugeln &#8211; puh, alle noch ganz.&#160;...</p>
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<p>„Hier könntest Du auch mal aufräumen.“ bemerkt meine Trauer trocken.&nbsp;<br>„Ach was!“ antworte ich genervt und stelle einen der Kartons auf einen Stapel Umzugskartons. Alles fällt um.&nbsp;<br>„Ach Scheisse!“ fluche ich „Hoffentlich sind die Christbaumkugeln jetzt nicht kaputt!“ ich baue den Stapel wieder auf und schaue in die Kiste mit den Kugeln &#8211; puh, alle noch ganz.&nbsp;</p>



<p>„Was haben wir denn hier?“ meine Trauer bückt sich und zieht an etwas Schwarzem, was zusammen geknüllt in einer Ecke unter weiteren Kisten liegt.&nbsp;<br>„Nicht!“ rufe ich und sprinte die 2 Meter zu meiner Trauer und reiße ihr das schwarze Etwas aus der Hand.&nbsp;<br>„Was ist das?“ frägt mich meine Trauer.&nbsp;<br>Ich schüttele das schwarze Etwas aus und zeige es meiner Trauer: „Ein Kleid.“ ich halte mir das Kleid vor meinen Körper.&nbsp;<br><br>„Das habe ich auf meiner letzten Weihnachtsfeier das letzte Mal angehabt &#8211; das war noch vor Corona.“ ich seufze.&nbsp;<br>„Hmm, das erinnert mich ein bisschen an das Kleid was du auf der Beerdigung deiner Mutter getragen hast.“ meine Trauer lehnt jetzt lässig an der Kellertür und macht mit dem Ellenbogen das Licht wieder an, das wegen der Zeitschaltung immer wieder ausgeht.&nbsp;<br>„Ich erinnere mich nicht mehr, wie das Kleid auf der Beerdigung genau aussah.“ Ich falte das Kleid aus dem Keller ordentlich zusammen und lege es oben auf einen Kistenstapel.&nbsp;<br>„Ich weiß nur noch, dass ich nicht wollte, dass es an diesem Tag dreckig wird.“ fahre ich nachdenklich fort.&nbsp;</p>



<p>„Sollen wir mal wieder nach oben gehen, die Überreste vom Weihnachtsbaum aufkehren und nachlesen, ob wir etwas darüber in unserem Buch finden?“ frägt mich die Trauer.&nbsp;<br>„Ich bin nicht sicher, ob ich schon so weit bin.“ antworte ich und werfe noch einen Blick auf die weiße Ikea Kiste in der ich die Tagebücher meiner Mutter, verschiedene Fotos und ihr grünes Samtkostüm, was sie an ihrer standesamtlichen Hochzeit anhatte, aufhebe. „Ich bin da und wenn es zu schmerzhaft wird, machen wir was anderes &#8211; okay?“&nbsp;<br><br>„Okay.“ ich schließe die Kellertür ab und in dem Moment geht wieder das Licht aus. Meine Trauer greift meine Hand und flüstert leise: „Hab keine Angst.“ Gemeinsam tasten wir uns den Weg ins Licht des Hausflurs.</p>
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		<title>Sylvester mit meiner Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 11:43:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Trauer bleibt, bis zum Lebensende</p>
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<p>„Ich bin sehr stolz auf dich, Irene, dass Du heute am Grab warst.“ meine Trauer prostet mir zu.<br>„Am letzten Tag des Jahres an ein Grab zu gehen, fühlt sich scheisse an“ erwidere ich und trinke ein Schluck Prosecco.&nbsp;<br>„Und doch ist es DEINE Realität.“<br>„Ich weiß…“ erwidere ich.&nbsp;</p>



<p>Ein paar Minuten vergehen in denen die Nachbarn einen Sylvester Böller nach dem anderen zünden. Es ist so laut, dass eine Unterhaltung zwischen meiner Trauer und mir nicht möglich ist.&nbsp;<br>Ich gestikuliere meiner Trauer, dass ich reingehe. Meine Trauer nickt und wir beiden betrachten von meiner Couch aus das weitere Raketen Spektakel.&nbsp;</p>



<p>„Aber irgendwie war es anders, dieses Mal. Am Grab.“ nehme ich den Gesprächsfaden wieder auf. <br>Meine Trauer sieht mich an und deutet mir mit der Hand fortzufahren. <br>„Ich hatte den Gedanken im Kopf: ich besuche jetzt die Überreste meiner verstorbenen Mutter am Grab. Ich habe das noch nie so bewusst gedacht gehabt, die 10 Millionen Male davor.“ </p>



<p><br>„Du übertreibst mal wieder. Es gab auch mal 10 Jahre an denen du das Grab gemieden hast wie die Pest.“ erwidert meine Trauer. <br>„Das spielt doch keine Rolle. Solange ich nicht jeden Tag 2x hingehe, wie während meiner depressiven Episode vor ein paar Jahren.“ <br>„Hm.“ macht meine Trauer.<br>„Was ich versuche dir zu erklären ist, dass das erste Mal war, dass ich gefühlt habe, dass sie nicht mehr in mir ist.“ ich zucke entschuldigend die Achseln „Ich kann es nicht anders erklären“.<br>„Und du willst Schriftstellerin sein“ zieht mich meine Trauer liebevoll auf und nimmt den letzten Schluck aus ihrem Glas. <br><br>„Ich hole mal das Buch der letzten 10 Jahre von uns, dann lesen wir mal nach, wie dein Verhältnis zum Thema Grab sich entwickelt hat &#8211; okay?“ <br>„Es ist schon halb eins, ich mag ins Bett!“ sage ich und gehe demonstrativ ins Bett. <br>Die Schlafzimmer Tür lasse ich noch offen, damit ich noch das Sylvester Feuerwerk vom Bett aus sehen kann. <br>„Dann aber morgen!“ ruft meine Trauer, die noch auf Instagram ist und auf der Couch sitzt. <br>„Dann morgen.“ antworte ich leise und ziehe mir die Decke über den Kopf. „Auf ein Neues!“ murmle ich und schlafe ein.</p>
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		<title>Der Beginn meiner Trauer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irene Kasapis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 11:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wo warst du denn die ganze Woche?“ frage ich meine Trauer als wir auf der Couch sitzen und einen Film gucken.„Hier und da“ meine Trauer zuckt nur mit den Schultern.&#160;„Du fehlst mir, wenn du nicht da bist. Ich spüre so gar keine Verbindung mehr zu dir.“&#160;„Hm.“ macht meine Trauer nur.&#160; Während der Film weiter auf...</p>
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<p>„Wo warst du denn die ganze Woche?“ frage ich meine Trauer als wir auf der Couch sitzen und einen Film gucken.<br>„Hier und da“ meine Trauer zuckt nur mit den Schultern.&nbsp;<br>„Du fehlst mir, wenn du nicht da bist. Ich spüre so gar keine Verbindung mehr zu dir.“&nbsp;<br>„Hm.“ macht meine Trauer nur.&nbsp;<br><br>Während der Film weiter auf meinem Laptop flimmert, sieht mich meine Trauer immer wieder von der Seite an. Wenn ich sie dann ansehe, schaut sie immer weg. Seltsames Verhalten, denke ich und schiebe mir die letzten Popcorns in den Mund. Als der Abspann vom Film läuft, schließt meine Trauer den Laptop: „Sag mal, Irene…“ sie macht eine dramatische Pause in der sie mich herausfordernd ansieht „Wie hat das eigentlich mit uns angefangen ?“&nbsp;</p>



<p>„Dumme Frage, meine Mutter ist gestorben als ich 16 Jahre alt war.“&nbsp;<br>„Ja, aber DANACH hast du ja nicht getrauert, sondern hast mich 20 Jahre weggedrückt.“ schlaumeiert meine Trauer.<br>„Ich weiß.“ sage ich kleinlaut. „Es tut mir wirklich leid.“ Ich habe mich schon x-mal dafür bei meiner Trauer entschuldigt.&nbsp;<br>„Na ja, und als du dann angefangen hast mich in dein Leben zu lassen, da waren wir doch zu dritt in unser Beziehung? Erinnerst Du dich nicht?“&nbsp;<br><br>Ich stehe schnell auf und bringe die Popcorn Schüssel in die Küche und beginne die Spülmaschine auszuräumen. Laut scheppernd schmeiße ich das Besteck in die Schublade und versuche meine Trauer so zu übertönen.&nbsp;<br>Meine Trauer kommt in die Küche und gestikuliert mir, dass ich mal runter kommen soll. Ich halte inne: „Du willst, dass ich der Zuckerbäckerin* dankbar bin &#8211; richtig?“&nbsp;<br><br>&#8222;Ich will gar nichts&#8220; antwortet meine Trauer &#8222;aber vielleicht hilft es DIR zurück zu gucken und zu verstehen, dass &#8211; du und ich &#8211; dank der Zuckerbäckerin uns gefunden haben. Ein meet-cute, at last.&#8220; Meine Trauer schmunzelt über ihren Witz.&nbsp;</p>



<p>Grummelnd setzte ich mich wieder auf meine Couch. Meine Trauer holt unser Buch und fängt mir an vorzulesen: &#8222;Du bist ein Geschenk für diese Welt&#8230;&#8220; fängt das Kapitel an. Ich lehne mich tief in meine Kissen zurück und lausche meiner Trauer. (*bei &#8222;der Zuckerbäckerin&#8220; handelt es sich um den fiktiven Namen eines Life Coaches)</p>
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