Die Sonne scheint. Es schneit nicht mehr (Teil 13)

Im Griechischunterricht merke ich zum ersten Mal, wie frustrierend es ist, eine Frage zu verstehen – aber nicht antworten zu können wie ich es möchte.

Efigenia fragt mich, wie das Wetter in Deutschland im Frühling ist.

Ich möchte ihr erzählen, dass der Frühling meine Lieblingszeit ist. Dass es so schön ist, wenn die Blumen wieder blühen und die Bäume grün werden und man wieder länger draußen sein kann. Dass die Uhr umgestellt wird und die Abende sich dehnen und München plötzlich wieder bewohnbar wirkt. Auf Englisch würde das in einer Minute gehen, ohne nachzudenken, fließend und farbenfroh.

Auf Griechisch antworte ich:

„Die Sonne scheint. Es schneit nicht mehr.“

Efigenia nickt. „Very good.“

Ich nicke zurück und denke: Das war nicht gut. Das war armselig. Das war—

Und dann halte ich inne.

Noch vor zwei Wochen hätte ich nur gesagt: „Sonne.“

Vielleicht ist das also doch Fortschritt. Keine großen Geschichten noch, keine Lieblingsjahreszeitenmonologe. Aber immerhin: ein Satz. Mit Verb. Der stimmt.

Besser kurze Sätze als lange Geschichten.

Für jetzt.

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