Yoga Retreat Korfu Erfahrungsbericht: Eine Woche Auszeit zwischen Meer, Farben und einer Regenbogen-Träne
In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen im Yoga Retreat auf Korfu: eine Woche voller Yoga, Malerei, Stille und Weite – und den Moment einer Regenbogen-Träne, der mir gezeigt hat, dass es möglich ist die Trauer in mein Leben zu integrieren.
Korfu, Bali und die Frage nach der spirituellen Energie
Man sagt, Griechenland sei das Indonesien Europas – wegen der vielen Inseln. Und Korfu soll, ähnlich wie Bali, ein Ort mit besonderer Energie sein.
Ich war auf beiden Inseln. Und ganz ehrlich: Wer Bali und Korfu in einen Topf wirft, hat keine Ahnung.
Ja, auch auf Korfu zieht es spirituell Suchende an. Doch das kleine Zentrum dieser Szene findet man vor allem im Norden, in Arillas.


Warum ich dieses Mal nach Korfu geflogen bin
Ich reiste dieses Mal nicht auf der Suche nach Erleuchtung. Nicht nach Heilung, nicht nach Antworten.
Nach dem Tod meines Vaters war mein Leben im Außen weitergelaufen: Umzug, Jobkündigung, ein Jahr voll Trauer, das mich müde gemacht hatte – bis in die Knochen.
Ich brauchte eine Pause von meinem Leben.
Als ich das Mal- und Yoga Retreat auf Korfu bei Birgit buchte, wusste ich, dass mir die Woche guttun würde. Wie dringend ich sie brauchte, wurde mir erst auf der Insel bewusst.
Wie ich Birgit kennenlernte – und was ihr Retreat so besonders macht
Birgit lernte ich 2020 über einen Yoga-Anbieter kennen. Ich kehrte nach Deutschland zurück, sie blieb. Und wir machten fast jedes Wochenende gemeinsam online Yoga.
Währenddessen baute sie ihr Haus aus: den Fairground Corfu – ein altes Bauernhaus, umgeben von Olivenhainen, mit Blick aufs Meer.
Über die Jahre entstand ein Ort, der Retreat, Zuhause und Atelier zugleich ist:
- eine handverlegte Yogaplattform aus Holz
- eine Außenküche
- ein liebevoll renoviertes Haus
- viel Raum für Stille, Natur und Kreativität
Ihr Wohnhaus ist der Retreat-Ort. Frühstück gibt es in ihrer Küche. Kunst, Yoga und Natur fließen hier nahtlos ineinander.
Yoga Retreat Korfu
Ort: Arillas, Nordwestküste von Korfu
Leitung: Birgit Prochnow – Künstlerin, Yogalehrerin & Gestalterin mit langjähriger Erfahrung
Ausrichtung: Yoga, Achtsamkeit, Malerei & kreative Selbsterfahrung
Dauer: 1 Woche (je nach Termin)
Sprache: Deutsch und Englisch
Unterkunft: liebevoll renoviertes Haus mit Garten und Yogaplattform mit Meerblick
Yoga: sanft, fließend, für alle Levels geeignet
Kunst: freies Malen mit Aquarell-, Acrylfarben, Kreiden & Naturmaterialien
Besonderheiten: kleine Gruppen, familiäre Atmosphäre, kein Leistungsdruck
Verpflegung: vegetarisch, regional & frisch gekocht
Beste Reisezeit: Mai – Juni & September – Oktober (mildes Licht, angenehme Temperaturen)
Geeignet für: Alleinreisende, Kreative, Neuanfänger & Menschen in Umbruchsphasen
Website / Anmeldung: http://birgit-prochnow.de/ oder Anmeldung über wetravel
Malen und Yoga – eine kreative Woche auf Korfu
Am ersten Retreat-Tag klingelt mein Handy um 6:30 Uhr.
„Daylight, you got me cursing the daylight“, singt Harry Styles.
Ich stehe seufzend auf, frühstücke kurz und sitze Punkt 8:00 Uhr im Mietwagen – für einen Langschläfer wie mich ein kleiner Sieg.
Google Maps führt mich über enge, vom Winter zerrissene Straßen nach oben zum fairground.corfu.
Stille, Yoga und Ankommen im Körper
Birgit begrüßt uns und erinnert daran: Wir beginnen in Stille.


Ich nehme eine Matte, Blöcke, eine Decke. Alles ist vorhanden.
Der Sturm hat sich noch nicht gelegt.
Ich sinke das erste Mal seit Monaten tief in mich hinein.
Nach dem Yoga frühstücken wir gemeinsam: Chia-Pudding, Tee, Kaffee, frisches Obst, Granatäpfel, Nüsse. Alles leicht, liebevoll und ohne Druck.
Kreativität und Heilung: Der Malteil des Yoga Retreat Korfu
Dann beginnt der kreative Teil.
Unsere erste Übung: fünf Minuten malen, dann weitergeben.
Ich mache sechs rote Punkte, grüne Streifen, blaue Flächen, gelbe Ecken – Kindheitsfarben.
Nach fünf Minuten wandert mein Blatt weiter.
Ich bekomme eines mit drei schwarzen Flecken.
Instinktiv male ich Smileys darüber.
Acryl, Zewa, Spuren. Die kleine Irene in mir hüpft vor Freude.
Als mein Bild wieder vor mir liegt, sind meine roten Punkte von einem schwarz-lila Rand umschlossen – einer Träne oder einem Samen.
Wieder in München, beim Schreiben dieses Textes, wird mir klar:
Es sind die sechs Verluste meines Lebens – Mama, Partner 1–4, mein Papa – zu einem neuen Anfang gefasst.

Auf dem Yoga Retreat Korfu frage ich mich:
„Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich alles übermale?“
Später im Bett weiß ich:
Ich bin nicht schlecht.
Ich habe nur immer wieder neu anfangen müssen.
Vielleicht ist das meine Art, mit Trauer zu leben.
Stürmische Tage und griechisches Licht
Der Sturm wütet zwei Tage weiter. Einige verkriechen sich ins Haus – ich bleibe draußen.
Eingepackt, Kapuze tief, suche ich mir Sonnenflecken und male dort.
Im Oktober ist das Licht weich, warm, weit.
Meine Seele fühlt sich freier als zuhause.
Von der Yogaplattform sehe ich das Meer, eingerahmt von Oliven und Grün.
Es wirkt surreal – wie eine Postkarte, in der ich leben darf.


Kleine Routinen, die mich zurück ins Leben holen
Über die Woche entsteht ein Rhythmus: früh aufstehen, Yoga, Frühstück, Malen und viel Raum für mich.
Ich schlafe viel. Ich fahre durch kleine Dörfer. Ich gehe an leeren Stränden spazieren.
Auf einer Wanderung finde ich eine zerbrochene Kachel.
Am nächsten Tag nutze ich ihre Rückseite als Schablone – Frottage.
Birgit erklärt, dass Max Ernst diese Technik verwendete.


Birgit gibt uns jeden Tag kleine Kunstimpulse: Perspektive, Schatten, Blickführung, Farbenlehre. Alles freiwillig – alles einladend.
Der Moment der Regenbogen-Träne
Am letzten Tag tanzen wir nach dem Yoga.
Ich mag Ecstatic Dance eigentlich nicht.
Doch der Flow der Woche trägt mich.
Ich schließe die Augen. Bewege mich.
Drehe mich zum Olivenhain. Öffne die Augen.
Die Sonne streicht über meine Arme. Der Sturm hat sich endlich gelegt.
Für einen Moment bin ich glücklich.
Und traurig zugleich, weil mein Vater nie wieder in sein Land zurückkehren wird.
Und dann kommt sie:
eine Regenbogen-Träne, bunt wie diese Woche war.
Leben mit Trauer – was bleibt nach der Reise
Auf Korfu konnte meine Seele atmen.
Ich nehme warme Blicke, kleine Gespräche und stille Begegnungen mit.
Die täglichen Mini-Kunstlektionen haben mein Sehen verändert:
Blickführung, Farbkombinationen, Tiefe.
Korfu ist eine Insel, auf der Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen.
Und nach diesem Yoga Mal Retreat Korfu ist etwas in mir in Bewegung geraten.
Ich sehne mich nach mehr –
und nach Meer.




